Problematik Kälberkrankheiten

Das Auftreten von Kälberkrankheiten in der österreichischen Landwirtschaft ist keine Seltenheit.

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© RWA
In vielen landwirtschaftlichen Betrieben treten, trotz optimaler Haltungsbedingungen und intensivem Management, verschiedene Arten von Kälberkrankheiten auf. Eine tierärztliche Behandlung ist in den meisten Fällen erforderlich.

Fehler bei der Geburt vermeiden

  • Für Kuh und Kalb sind Schwergeburten eine große gesundheitliche Belastung.
  • Das Kalb kommt ohne eine wirksame Immunentwicklung zur Welt.
  • Unhygienische Umweltverhältnisse können bereits in diesem frühen Stadion verantwortlich für den späteren Krankheitsverlauf des Tieres sein.
Eine saubere Stroheinstreu in den Abkalbeboxen ist empfehlenswert.

Optimale Erstversorgung des Kalbes

Durch einen kalten Wasserguss auf Kopf, Nacken und Brust und durch zusätzliches Abreiben mit Stroh wird der Kreislauf des Kalbes in Schwung gebracht. Der Nabel des Frischgeborenen muss sofort mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden.
Nach der Geburt sollte das Kalb so rasch wie möglich mit Kolostrum (Biestmilch) versorgt werden, da die Gabe von Immunstoffen in den ersten vier Lebensstunden am wirkungsvollsten ist.
In den ersten Wochen werden die Tiere noch mit Kolostrum gefüttert. Mengen von 1,5 bis 2 Liter bei 3-maliger Tränke sind empfehlenswert, um Durchfall vorzubeugen.

Kälberkrankheiten im Überblick

Die häufigste Krankheit, die bei Kälbern vorkommt, ist der Kälberdurchfall (Kälberdiarrhoe). Er tritt in den ersten 3 Lebenswochen auf. Auslöser für diese Krankheit sind Viren (z.B. Rota-/Coronaviren) und Bakterien (z.B. E. coli), die durch falsche Fütterung und schlechte Hygiene hervorgerufen werden kann.
Kälber leiden häufig unter stark stinkendem Durchfall. Eine rasche Austrocknung ist in den meisten Fällen die Folge und es kann zu einer großen Belastung des Kreislaufs und der Nieren kommen. Das Ersetzen von 2 bis 3 Milchmahlzeiten durch Elektrolygetränke oder Tee kann das Krankheitsbild bereits verbessern. Sollte diese Maßnahme nicht ausreichen, muss der Betreuungstierarzt kontaktiert werden.

Bei Lungenerkrankungen (Kälberhusten) kommt es zu Entzündungen des Atemtraktes. Die gesundheitlichen Folgeschäden nach einer überstandenen Erkrankung sind erheblich. In solchen Fällen ist eine tierärztliche Betreuung unumgänglich. Die Krankheit kann mit mehr als 20 Virusarten in Verbindung gebracht werden. Falsche Haltungsbedingungen (z.B. Zugluft, große Temperaturschwankungen etc.) können zusätzlich als Auslöser der Lungenerkrankungen eine Rolle spielen.

Durch eine Unterversorgung mittels Mineralstoffen und Spurenelementen bzw. durch Vitaminmangel können die Weißmuskelkrankheit (Selenmangel) und die Sternguckerkrankheit (Vitamin B-Mangel) auftreten. Ein Mangel an Selen ist durch geringgradige Beugesehnenverkürzung, die sich in einigen Tagen selbst auswächst erkennbar. Liegt das Kalb fest und weist eine typische Kopf-Hals-Haltung auf, kann man davon ausgehen, dass es sich um die Sternguckerkrankheit handelt. In solchen Fällen ist man auf tierärztliche Hilfe angewiesen.

Kosten werden zum Problem

Ein unangenehmer Nebenaspekt, den Kälberkrankheiten mit sich bringen, ist der wirtschaftliche Aufwand für den Landwirt. Je häufiger und schwerer die Kälber krank sind, desto größer sind auch die Kosten für den Tierarzt oder zusätzliche medizinische Hilfsmittel. Die Tränkephase (bis zur 12. Lebenswoche) ist die teuerste Phase der Jungviehaufzucht. In diesem Zeitraum treten die meisten Kälberkrankheiten auf. Die Kosten für die Behandlung einer Krankheit liegen zwischen 90 und 270 Euro. Um die Kosten in dieser Zeit so gering wie möglich zu halten, ist ein optimales Management das Um und Auf für einen landwirtschaftlichen Betrieb.

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24.05.2011