Kartoffelmarkt: Erste Anzeichen für Entspannung

Erzeugerpreise auf Vorwochenniveau.

Wien, 22. Juli 2015 (aiz.info). - Die Situation am österreichischen Frühkartoffelmarkt hat sich in den letzten Tagen merklich entspannt. Der Inlandsverbrauch fällt hitzebedingt zwar weiter ruhig aus, die Vermarktungsmengen sind aber keinesfalls mehr drängend. Eher das Gegenteil ist der Fall: Vereinzelt wird bereits Ware gesucht. Die Vermarktung der Frühsorten ist bereits weit fortgeschritten. In Ostösterreich fallen die Hektarerträge witterungsbedingt weiterhin sehr bescheiden aus. Entsprechend rasch werden hier die Flächen geräumt. Auch die anstehenden mittelfrühen Sorten dürften ertragsmäßig enttäuschen. Die fehlenden Mengen in NÖ können durch die guten Erträge in Burgenland beziehungsweise der Steiermark nicht kompensiert werden. Dies spiegelt sich auch bei den Preisen wider. In Niederösterreich und der Steiermark blieben die Erzeugerpreise mit 15 bis 18 Euro je 100 kg stabil auf dem Vorwochenniveau. Auch in Oberösterreich konnte sich der Preis mit 25 Euro je 100 kg behaupten, teilt die Marktabteilung der LK NÖ mit.

Die lang anhaltende Hitzeperiode wird für den gesamteuropäischen Kartoffelmarkt immer mehr zum Thema. Während die Trockenheit sich auf den Speisefrühkartoffelmarkt unmittelbar noch nicht ausgewirkt hat, hat sich die Einschätzung für die Anschlusssorten und die Haupternte deutlich verschlechtert. Sowohl in Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande, Polen als auch Großbritannien wird von trockenheitsbedingten Problemen berichtet. Unterdurchschnittliche Erträge aber auch Qualitätseinbußen in Folge von Wiederaustrieb und Kindelbildung werden immer wahrscheinlicher.