Kartoffelmarkt: Erträge fallen hitzebedingt geringer aus

Angebot im Inland begrenzt - Erzeugerpreise sind stabil.

Wien, 5. August 2015 (aiz.info). - Am heimischen Frühkartoffelmarkt nehmen die witterungsbedingten Probleme zu. Die Ernte der letzten Frühsortenbestände in Ostösterreich kommt auf den stark ausgetrockneten Böden kaum voran. Die Anschlusssorten haben ebenfalls unter der Hitze und den fehlenden Niederschlägen gelitten, die Erträge fallen in der Regel mit unter 30 t je ha ernüchternd aus. Die regionalen Niederschläge in den letzten Tagen haben daran kaum etwas geändert. Im Gegenteil: Mit der erwarteten nächsten langen Hitzewelle dürfte sich die Situation auch bei den Hauptsorten zuspitzen. Das verfügbare Angebot ist entsprechend gering und wird von der aufkaufenden Hand zunehmend gesucht, teilt die Marktabteilung der LK NÖ mit.

Diese Situation spiegelt sich auch in der Preisentwicklung wider: In Niederösterreich und der Steiermark wurden zu Wochenbeginn weiterhin Erlöse zwischen 15 und 18 Euro je 100 kg genannt, wobei die Abschlüsse vermehrt am oberen Preisrand getätigt wurden. Aus Oberösterreich wurden ebenfalls stabile Preise von bis zu 25 Euro gemeldet.

Der europäische Prognosedienst MARS hat in seiner letzten Schätzung die erwartete Kartoffelernte in der EU nach unten korrigiert. Europaweit rechnen die Experten nun mit einem Durchschnittsertrag von 33 t je ha. Das wären knapp 6% weniger als im Vorjahr, aber immer noch um 5% mehr als im langjährigen Mittel. Die größten witterungsbedingten Ertragsverluste wurden für Belgien und Rumänien ausgewiesen. Deutschlands Kartoffelerträge wurden leicht auf durchschnittlich 45,1 t je ha nach unten revidiert. Entgegen dem EU-weiten Trend wurde die Ertragsschätzung für Frankreich auf 46,4 t je ha leicht angehoben.