Kartoffelmarkt: EU-Prognosedienst erwartet unterdurchschnittliche Ernte in Österreich

Stabile heimische Erzeugerpreise.

Wien, 26. September 2017 (aiz.info). - Der österreichische Speisekartoffelmarkt zeigt sich weiter von seiner stabilen Seite. Regional waren die Rodearbeiten in der letzten Woche witterungsbedingt eingeschränkt, schreiten aber nun wieder zügig voran. Die Erträge bei den Hauptsorten fallen gebietsweise sehr unterschiedlich aus. Insgesamt bestätigt sich aber mehr und mehr das unterdurchschnittliche Ertragsniveau. Das verfügbare Angebot bleibt daher überschaubar. Auch die Qualität der geernteten Ware ist meist zufriedenstellend. Vereinzelt treten Probleme mit Drahtwurm, Zwiewuchs beziehungsweise Kindelbildung auf, teilt die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau mit.

Auf der Nachfrageseite gibt es keine Neuigkeiten. Die Inlandsnachfrage ist saisonüblich ruhig. Auch die Exporte laufen ebenfalls nur in sehr eingeschränktem Umfang, haben aber heuer auch keine Priorität. Importeure aus Ost- und Südosteuropa decken sich derzeit hauptsächlich mit preislich günstigerer deutscher Ware ein.

Bei den Erzeugerpreisen gibt es keine Änderung. In Niederösterreich werden für mittelfallende Ware unverändert 22 bis 25 Euro/100 kg bezahlt. Übergrößen werden dabei mit 20 Euro/100 kg abgegolten. Für drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel sind weiterhin 26 Euro/100 kg zu erzielen. Aus Oberösterreich werden unveränderte Preise von 25 Euro/100 kg genannt.

Der EU-Prognosedienst MARS erwartet in seiner jüngsten Schätzung für die EU-28 eine Kartoffelernte von rund 57,8 Mio. t. Damit würde das Vorjahresergebnis um 700.000 t übertroffen werden. Die Ernteergebnisse in den einzelnen Mitgliedsländern fallen dabei aber sehr unterschiedlich aus. So gibt es in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien mit insgesamt 37 Mio. t um 3 Mio. t mehr Kartoffeln als letztes Jahr. Dagegen werden in Spanien, Italien, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Österreich hitze- sowie trockenheitsbedingt unterdurchschnittliche Erträge erwartet. In Polen wiederum war es in den Sommermonaten zu nass. Hier dürfte heuer um 23% weniger als im Vorjahr geerntet werden.