Kartoffelmarkt: Preise dürften bis Saisonende stabil bleiben

Anfang Juni werden die ersten Heurigen im Handelsregal zu finden sein.

Wien, 13. Mai 2015 (aiz.info). - Die Vermarktung der Speiseerdäpfel aus der alten Ernte geht in Österreich ihrem Ende entgegen. Nachdem die Bauernlager bereits geräumt sind, werden nur mehr Restlagermengen der Händler über einige Handelsketten im Inland vermarktet. Exportanfragen bestehen zwar nach wie vor, mangels Ware und preislicher Attraktivität wird aber kaum mehr exportiert. Preislich dürfte sich bis zum Saisonende nichts mehr ändern. Für mittelfallende Ware werden meist 8 bis 10 Euro je 100 kg bezahlt. Für kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel können bis zu 12 Euro erzielt werden, teilt die Marktabteilung der LK NÖ mit.

Die Aufmerksamkeit der heimischen Marktteilnehmer richtet sich nun ganz auf die Frühkartoffelsaison. Die Kartoffelbestände laufen gut auf, haben aber gegenüber den Vorjahren einen gewissen Entwicklungsrückstand. Erste Heurige für die Direktvermarktung gibt es bereits. Für den Lebensmitteleinzelhandel wird Ende Mai mit der Ernte begonnen, Anfang Juni wird man die ersten nennenswerten Mengen an Heurigen (aus dem Burgenland und der Steiermark) dann in den Regalen finden.

Am deutschen Speisekartoffelmarkt hat sich in der vergangenen Woche nicht allzu viel verändert. Das Angebot an alterntiger Speiseware nimmt stetig ab. Die Vorräte sollten aber zumindest bis Ende Mai für den Lebensmittelhandel ausreichen, zumal diese durch französische Lagerware und Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum laufend ergänzt werden. Durch die vergleichsweise kalte Witterung in den letzten Wochen haben die Frühkartoffelbestände einen gewissen Entwicklungsrückstand. Damit dürfte auch der deutsche Speisekartoffelmarkt gut geräumt in die neue Saison starten.

Internationaler Markt: Geringeres Angebot aus den Mittelmeerländern

Beim "Europatat-Kongress", dem Treffpunkt der europäischen Kartoffelbranche, der vergangene Woche in Düsseldorf (auch mit österreichischer Beteiligung) stattfand, beleuchteten die Experten die aktuelle Marktlage. Berichtet wurde unter anderem, dass aus den Mittelmeerländern heuer weniger Frühkartoffeln verfügbar sind. Besonders dramatisch dürfte der Flächenrückgang erneut in Spanien sein. Dieses Land produziert viel für den deutschen Markt, wo die spanischen Frühkartoffeln heuer begrenzt zur Verfügung stehen werden. Es wird daher davon ausgegangen, dass in der BRD heuer trotz einer etwa zweiwöchigen Vegetationsverzögerung früher mit der Kartoffelernte begonnen wird, was wiederum zulasten des Ertrages geht. Die Frühkartoffelflächen würden somit schneller geräumt werden, was am Markt Platz für die Anschlusssorten schaffen sollte, so die Erwartung. Ob diese Rechnung aufgeht, wird der weitere Vegetationsverlauf zeigen.

Ähnliches hört man auch von den anderen europäischen Ländern. In den großen Anbauländern der EU prognostizieren die Experten, ausgehend vom Pflanzgutabsatz, einen leichten Rückgang der Anbauflächen. In Summe blickt die Branche sehr optimistisch ins neue Anbaujahr. Die Legebedingungen waren in den meisten Ländern relativ gut, berichtet die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau.