Kartoffelmarkt: Schwache Erträge bei Frühsorten

Erzeugerpreise für Heurige geben nach.

Wien, 20. Juni 2017 (aiz.info). - Der österreichische Frühkartoffelmarkt präsentiert sich in unerwartet stabiler Verfassung. Ausschlaggebend dafür ist das weiterhin eingeschränkte Angebot an heimischen Frühkartoffeln. Im Burgenland sind die Erntearbeiten bei den frühen Sorten bereits weit fortgeschritten. Schwache Hektarerträge sorgten hier für entsprechend rasche Flächenräumung. Auch in der Steiermark, Niederösterreich sowie Oberösterreich hält sich der Ertragszuwachs durch die anhaltend hohen Temperaturen und fehlenden Niederschläge in Grenzen, teilt die Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau mit. In Niederösterreich haben nach dem Marchfeld auch im Raum Stockerau die Rodearbeiten begonnen. Die Hektarerträge fallen mit 14 bis 18 t aber ernüchternd aus. Dem mengenmäßig überschaubaren Angebot steht eine gut durchschnittliche Nachfrage gegenüber. Die Erzeugerpreise gaben in der letzten Woche nur moderat nach. In Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland lagen die Erzeugerpreise für Heurige zu Wochenbeginn bei 32 bis 35 Euro/100 kg.

In Deutschland steht der Frühkartoffelmarkt weiter unter Druck. Am deutschen Markt gibt es weiterhin ein Überangebot an importierten Speisefrühkartoffeln. Insbesondere Ware aus Spanien drängt auf den deutschen Markt und wird deshalb immer günstiger abgegeben. Aber auch Frühkartoffeln aus Italien, Israel oder Rumänien sind preislich unter Druck. Im Südwesten Deutschlands gibt es mittlerweile die ersten festschaligen Frühkartoffeln für den LEH. Das Angebot ist aber noch recht bescheiden und die Preise können sich mit 44 bis 48 Euro/100 kg noch deutlich von der Konkurrenz abheben. Bei steigenden Angebotsmengen wird aber wohl der Importpreis zur Messlatte der zuletzt bei 30 Euro/100 kg lag.