Klarstellungen des BMLFUW zu einigen Maßnahmen aus dem ÖPUL 2015

Silageverzicht, UBB und Begrünung.

Wien, 30. Jänner 2015 (aiz.info). - Bezüglich der Maßnahmen Silageverzicht, Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung (UBB) sowie Begrünung von Ackerflächen weist die AMA im Namen des zuständigen Ministeriums auf einige wichtige Informationen hin.

Silageverzicht

Um auch Betrieben, die 2014 noch mit Silage gewirtschaftet und entsprechende Wintervorräte angelegt haben, 2015 einen geordneten Einstieg in die Maßnahme "Silageverzicht" zu ermöglichen (Beantragung im Herbstantrag 2014), wird Folgendes festgelegt: Betriebe, die im Antragsjahr 2014 noch nicht an der gleichnamigen Maßnahme im ÖPUL 2007 teilgenommen haben, dürfen die betriebseigenen Silagevorräte bis spätestens 31. Mai 2015 verbrauchen. Die Futtergewinnung und -bereitung heuer muss jedoch ausschließlich silagefrei erfolgen, auch darf keine Silage zugekauft werden.

UBB-Biodiversitätsflächen (Code "DIV")

Hinsichtlich der Anrechnung von sogenannten Altbrachen und der dafür notwendigen "An- oder Übersaat" einer Mischung aus zumindest vier insektenblütigen Mischungspartnern (Biodiversitätsflächen) ist Folgendes zu beachten: Bei bestehenden Altbrachen (Flächen, die 2014 als Brachen bewirtschaftet wurden wie z.B. Nützlings- und Blühstreifen, GLÖZ A, Bodengesundungsflächen), die auch mehrere Jahre auf der Fläche verbleiben sollen, ist ein vollflächiger Umbruch zur Anlage von Biodiversitätsflächen mit mindestens vier insektenblütigen Mischungspartnern nicht notwendig.

Für sogenannte Altbrachen haben die betroffenen Landwirte die Wahl zwischen den Optionen "Umbruch mit verpflichtender Neueinsaat", "Schlitzsaat oder Streifensaat" oder "Kein Umbruch".

Umbruch mit verpflichtender Neueinsaat

Bei dieser Option ist es zulässig, nur auf einem Teil der Altbrachen einen Umbruch mit verpflichtender Neueinsaat mit zumindest vier insektenblütigen Mischungspartnern vorzunehmen. In diesem Fall müssen ein Umbruch und eine folgende Neuansaat auf zumindest 15% des jeweiligen Altbrache-Schlages erfolgen. Die Breite derartiger Neuansaaten muss mindestens 2,50 Meter betragen. Als Umbruch gilt auch die Bodenbearbeitung mittels Fräse oder Kreiselegge. Eine Schlitzsaat/Übersaat ist bei dieser gewählten Option nicht zulässig.

Im Falle der Einsaat von Teilflächen hat dies bis spätestens 15. Mai 2016 zu erfolgen. Dadurch wird ermöglicht, dass im Herbst 2015 entsprechende Vorbereitungsarbeiten getätigt werden können. Dies hat auch bei einem Einstieg im Jahr 2016 in die Maßnahme UBB so zu erfolgen - in dem Fall wird keine verlängerte Anlagefrist gewährt.

Außerdem wird klargestellt, dass bei dieser Option der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten ist. Ferner wird darauf hingewiesen, dass alle anderen Auflagen für Biodiversitätsflächen ab 1. Jänner 2015 gelten, die vorgenommenen Maßnahmen entsprechend zu dokumentieren sind (insbesondere Saatgutnachweis) und diese Vorgangsweise nur bei Dauerbrachen, die grundsätzlich bis 2020 bestehen bleiben sollen, sinnvoll ist.

Schlitz- oder Streifensaat

Bei Schlitz- oder Streifensaat ist eine Einsaat in einen bestehenden Bestand auch dann zulässig, wenn es sich nachweislich um eine vollflächige "Saat" mittels Schlitzsaat oder Streifensaat mit einer Saatgutmischung mit vier insektenblütigen Mischungspartnern handelt. Die Samenkörner sind mit derartigen Geräten in den Boden einzubringen. Eine reine Übersaat mit zum Beispiel einem Kleinsamenstreuer ist nicht zulässig.

Auch bei dieser Option ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten. Alle anderen Auflagen für Biodiversitätsflächen gelten ab 1. Jänner 2015. Die Einsaat hat bis 15. Mai des ersten Verpflichtungsjahres zu erfolgen. Bereits erfolgte Einsaaten (gilt auch für Neueinsaaten) sind frühestens ab Herbst des Vorjahres auf die Verpflichtung anrechenbar. Die vorgenommenen Maßnahmen sind entsprechend zu dokumentieren (insbesondere Saatgutnachweis) und eine Bestandesänderung muss erkennbar sein. Die Vorgangsweise ist nur bei Dauerbrachen, die grundsätzlich bis 2020 bestehen bleiben sollen, sinnvoll.

Kein Umbruch

"Altbrache-Schläge" unter 0,20 ha können ohne weitere Tätigkeit als Biodiversitätsfläche angerechnet werden.

Weitergabe von Biodiversitätsflächen oder Verringerung der Ausgangsfläche

Im Rahmen der Maßnahme "UBB" müssen Biodiversitätsflächen am Acker zumindest zwei Jahre und im Grünland über den gesamten Verpflichtungszeitraum auf der gleichen Stelle verbleiben. Diese Verpflichtung bezieht sich auf den Betrieb und die jeweilig notwendige Verpflichtungsfläche. Beispiele dazu sind im Anhang als Download einsehbar.

Herbizideinsatz nach Begrünungen bei Zwischenfruchtanbau, Immergrün sowie UBB

Grundsätzlich müssen Begrünungen oder Biodiversitätsflächen nach dem vorgeschriebenen Begrünungszeitraum mechanisch beseitigt werden. Darunter ist der Einsatz von Bodenbearbeitungsgeräten wie Pflug, Grubber, Kreiselegge, Scheibenegge oder Messerwalze zu verstehen. Danach oder auch im gleichen Zuge kann die Anlage einer Folgekultur erfolgen. Bei Direktsaat-, Mulchsaat- und Strip-Till-Verfahren gilt die Einsaat einer Folgekultur gleichzeitig als Beseitigung der Begrünung. Wurde die Begrünung durch die erwähnten Methoden beseitigt, kann der Einsatz von zugelassenen Herbiziden erfolgen.

Zu beachten ist dabei, dass Vorsaatherbizide nicht direkt auf dem bestehenden beziehungsweise abgefrosteten Begrünungsbestand ausgebracht werden dürfen. Dies ist nur nach einer Bodenbearbeitung zulässig. Einen Sonderfall stellt das Häckseln beziehungsweise Mähen dar. Hier lautet die Vorgabe: Wird die Begrünung nach dem Abfrosten der Zwischenfrucht oder nach dem vorgeschriebenen Begrünungszeitraum bodennah gehäckselt oder gemäht, so zählt auch diese Maßnahme als Beseitigung der Begrünung (Achtung: bei der Maßnahme "System Immergrün" gilt dies ab diesem Zeitpunkt als begrünungsfreier Zeitraum). Ein anschließender Einsatz von Herbiziden kann dann erfolgen. Das Einkürzen der Begrünung im Herbst zur Masseverringerung ist nicht als eine derartige Maßnahme anrechenbar.

Auch das Walzen von vollständig abgefrorenen Begrünungsbeständen ist ein Sonderfall: Wird die abgefrorene Begrünung in gefrorenem Zustand gewalzt und vollständig zerkleinert, so zählt dies als Beseitigung der Begrünung (Achtung: bei der Maßnahme "System Immergrün" gilt dies ab diesem Zeitpunkt als begrünungsfreier Zeitraum). Ein anschließender Einsatz von zugelassenen Herbiziden kann dann erfolgen. Das Striegeln einer Fläche zählt nicht als Beseitigung der Begrünung. Erfolgt keine mechanische Beseitigung der Zwischenfrucht/Biodiversitätsfläche oder eines daraus entstandenen Aufwuchses, so ist ein Herbizideinsatz erst nach der Saat zulässig.