Lahmheit bei Rindern – leidiges Problem im Stall

Die Weidesaison hat im Mai begonnen, der Almauftrieb im Juni. Der richtige Zeitpunkt, um die Klauen von Kühen zu überprüfen. Die richtige Pflege ist notwendig. Was aber, wenn ein Tier lahmt?

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Klauenpflege beim Rind © Agrarfoto
Um Lahmheit im Milchviehstall zu reduzieren, spielen verschiedene Haltungsbedingungen eine Rolle. Je mehr Liegefläche die Tiere haben, desto geringer wird die Zahl der lahmenden Tiere sein. Die Größe einer Kuh im Verhältnis zum Ausmaß des Liegeplatzes ist, wie die Weichheit und Sauberkeit des Liegebereichs, von grundlegender Bedeutung. Auch regelmäßige Klauenpflege verhindert böse Überraschungen.

Ebenso wichtig ist das Futter. Neben Kraftfutter, das eine Milchkuh benötigt, um die entsprechende Milchmenge zu produzieren, darf auf Raufutter nicht vergessen werden. Es reguliert die Säuremenge, die im Magen entsteht und eventuell zu Lahmheiten führen kann. Um diesen vorzubeugen, soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Futter und Energie herrschen.

Haltungsbedingungen

Verschmutzte und rutschige Laufflächen sind zu vermeiden. Rutscht ein Tier aus, kann es schnell zu Verletzungen der Gelenke und Klauen kommen. Welcher Boden für die Tiere geeignet ist, muss der Tierhalter entscheiden. Es gilt herauszufinden, mit welchem Boden die Herde am wenigsten Probleme hat und wo sie sich am wohlsten fühlt.

Ein bewährtes Hausmittel

Gesunde Kühe fressen über den Tag verteilt gleichmäßig die für sie notwendige Menge. Lahme Tiere hingegen ändern die Futteraufnahme – ihr Fressverhalten wird auffällig. Aufgrund der Schmerzen haben erkrankte Kühe eine längere Liegezeit. Um den Futterbedarf auszugleichen, fressen sie, wenn sie endlich auf den Beinen sind, große Mengen auf einmal. Es kann zur Pansenacidose kommen. In den meisten Fällen nehmen erkrankte Tiere zu wenig Futter auf. Das führt zu einer negativen Energiebilanz. Diese Faktoren verstärken wiederum die Klauenproblematik und wirken sich negativ auf die Fruchtbarkeit aus.

Problem Brunsterkennung

Wie erwähnt sind Lahmheiten, die ihren Ausgangspunkt in schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates haben, oft für die Reduktion der Milchleistung verantwortlich und sorgen für eine Verschlechterung der Fruchtbarkeit. Der ideale Zeitraum für die Besamung beginnt ca. 12 Stunden nach Beginn der Hauptbrunst. Ist eine Kuh lahm, sind Brunstanzeichen schwer erkennbar. Die Beobachtung der Kühe ist ein zentraler Punkt – für den Beobachter heißt es aufpassen. Da sich die Liegezeiten von lahmen Tieren erhöhen und die Bewegung im Stall zurückgeht, kann es sein, dass der passende Zeitpunkt für die Besamung unmöglich feststellbar wird. Die Güstzeit verlängert sich ungewollt und betriebswirtschaftliche Einbußen sind die Folge.

Ein bewährtes Hausmittel

Ein Hausmittel, das bei Verletzungen der Gelenke und Klauen hilft, ist das „Tiroler Steinöl®“. Das ist eine schwarze, stark riechende Paste, die zur äußeren Anwendung auf die verletzte Stelle geschmiert wird. Bei regelmäßiger Anwendung sind Besserungen der Verletzung deutlich erkennbar. Hilft kein Hausmittel mehr, sollte auf jeden Fall der Tierarzt geholt werden.

Fazit

Oftmals fällt es dem Bewirtschafter schwer, Lahmheiten bei Rindern zu erkennen. Damit es überhaupt nicht zu Problemen kommt, ist es wichtig, dass die Klauen der Tiere im Regelfall 2 Mal pro Jahr (meist im Frühjahr und Herbst) kontrolliert und gepflegt werden. Werden doch lahme Kühe erkannt, muss der Ursache auf jeden Fall nachgegangen werden.
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