Klimawandel: Rekordzahl an Wüstentagen in Österreich

Dürreschäden in der Landwirtschaft nehmen Tag für Tag zu

Wien, 10. August 2015 (aiz.info). - Global gesehen war das erste Halbjahr 2015 das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. In Österreich gab es in den letzten 248 Jahren noch nie einen Juli, der heißer war als heuer, und das seit Messbeginn im Jahr 1767. Das schlägt sich in einigen Regionen des Landes auch in einem neuen noch nie dagewesenen Rekord der Tage mit Temperaturen über 35 Grad Celsius, sogenannten "Wüstentagen", nieder. "Elf Wüstentage wurden zum Beispiel bis heute an der Wetterstation Hohe Warte in Wien gezählt. Ein Ende der Hitzewelle steht noch nicht bevor und lässt somit weitere Rekorde erwarten. Bis Ende der Woche erhöht sich in Wien die Zahl der Wüstentage auf 15, das sind mehr als in den letzten zehn Jahren zusammen", berichtet Michael Staudinger, Direktor der ZAMG, er geht auch für die kommenden Jahre davon aus, dass es mehr Schäden in der Landwirtschaft gibt.

"Während bei diesen Fakten die Tourismusbranche jubelt, leidet die Landwirtschaft mit schwerwiegenden Folgen weiter unter der extremen Gluthitze. Der Schaden, den der Agrarsektor aufgrund extremer Wettersituationen mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel heuer erleidet, wird enorm. Wir rechnen aus heutiger Sicht mit deutlich mehr als 100 Mio. Euro an Dürreschäden in der Landwirtschaft. Zudem verzeichnen wir mehr als 30 Mio. Euro an Schaden in der Landwirtschaft durch die schweren Hagelereignisse bis Ende Juli", berichtet Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung.

"Diese Zwischenbilanz zeigt, wie verletzbar die standortgebundene Landwirtschaft ist. Derartige Wetterextreme sind aber keine Ausreißer und keine Jahrhundertereignisse mehr. Im Gegenteil: Schweregrad und Intensität solcher Naturkatstrophen nehmen zu", gibt Weinberger, zu bedenken. Er verweist als Ernteversicherer zugleich auf die derzeitige extreme Dürresituation mit deutlichen Niederschlagsdefiziten in weiten Teilen Österreichs. "Die eingetretenen Hitzeschäden durch die extrem hohen Temperaturen an den Wüstentagen und die ausbleibenden Niederschläge bei den Ackerkulturen, insbesondere bei Mais, Kürbis, Sonnenblumen, Sojabohnen sowie Kartoffeln, aber auch im Grünland, sind dramatisch. Betroffen sind vor allem Niederösterreich und das Burgenland, doch auch in anderen Bundesländern spitzt sich die Situation zu", betont der Vorstandsvorsitzende.