Mehr Kuhkomfort auf Kompost

Ein Milchvieh-Laufstallsystem mit Kompostliegefläche bietet Landwirten an, ihren Kuhgruppen den maximal möglichen Kuhkomfort zu gewähren.

Im Kompoststall steigt der KuhkomfortIm Kompoststall steigt der KuhkomfortIm Kompoststall steigt der Kuhkomfort[1303394352.jpg]
© RWA
Kuhkomfort hat bei Stallneubauten oberste Priorität. Eine neue Form ist der Kompostlaufstall bzw.  Kompoststall. Dieser ist eine gute Alternative zum traditionellen Liegeboxenlaufstall. Selbst Fütterungsautomaten und Melkroboter lassen sich optimal in dieses System integrieren.

Hobel- oder Sägespäne dienen als Grundlage

Für die Liegefläche im Kompoststall werden Hobel- bzw. Sägespäne verwendet. Die Matratzendicke beträgt rund 50 cm. Alle 3 - 4 Wochen wird eine neue Schicht Einstreu (20 - 30 cm) auf die bereits bestehende Matratze gegeben und gleichmäßig verteilt. Zweimal im Jahr wird die komplette Fläche mit frischen Hobel- bzw. Sägespänen eingestreut.

Tägliches Lockern notwendig

Damit die Liegefläche im Kompoststall optimal belüftet wird und ein problemloser Abbauprozess stattfinden kann, muss sie täglich ein- bis zweimal mittels Grubber oder ähnlichen Geräten aufgelockert werden. Der Arbeitsaufwand pro Tag liegt bei rund 30 - 40 Minuten für beide Vorgänge. Gleichzeitig werden beim Auflockern Kot und Harn in die Matratze eingearbeitet, um eine saubere Oberfläche zu erhalten. Es ist darauf achtzugeben, dass die Liegefläche möglichst trocken ist und eine konstante Temperatur zwischen 40° - 60° C aufweist. Ansonsten sind durch vermehrte Bakterienentwicklung Mastitis und Klauenerkrankungen kaum vermeidbar. Bei optimalen Bedingungen der Liegefläche sind unerwünschte Zwischenfälle auszuschließen.

Keine Geruchsbelästigung mehr

Im Vergleich zu herkömmlichen Liegeboxenlaufställen ist die Kompostliegefläche geruchsneutral. Bei der Ausbringung des Komposts entstehen keine Probleme wegen Geruchsbelästigungen. Die Kühe fühlen sich auf der weichen Liegefläche wohl. Sie können ihre arteigenen Liegepositionen einnehmen, ohne dass sie dabei von Störfaktoren wie zum Beispiel Trennbügeln, behindert werden.

Der einzige Punkt, an dem das Bauvorhaben scheitern könnte, sind die Kosten für die Hobel- bzw. Sägespäne. Beim Bau ist es empfehlenswert, Vorrichtungen für eventuelle Änderungen der Liegefläche gleich mit einzuplanen. Eventuelle Preissteigerungen der Hobel- bzw. Sägespäne sind nicht voraussagbar. Sollten die Kosten doch zu hoch werden, kann der Landwirt auf andere Ausweichmöglichkeiten zurückgreifen.

Vorteile und Nachteile von Kompost

  • Kompostliegeflächen bieten hohen Kuhkomfort und wirken sich positiv auf die Lebensdauer der Kühe aus. Klauen- und Euterkrankheiten kommen seltener vor als bei normalen Liegeboxenlaufställen.
  • Ebenso treten weniger Gelenksverletzungen auf. Ein großer Teil an Arbeitszeit wird beim Einstreuen eingespart, da im Vergleich zum Stroh der Vorgang nicht jeden Tag wiederholt werden muss.
  • Der anfallende Kompost eignet sich ideal als Dünger. Das Gewicht des Komposts ist viel geringer als das des Festmists.

Ein großer Nachteil ist, dass es in Österreich erst wenige Betriebe mit dem neuen System gibt.

Fazit: Kompoststall ist ein Haltungssystem mit Zukunft

Arteigenes Verhalten und soziale Kontakte sind in diesem Haltungssystem optimal ausführbar. Die Anzahl der Erkrankungen hält sich ebenso in Grenzen. Einzig die Kosten für die Hobel- und Sägespäne können früher oder später zu (finanziellen) Problemen führen.

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