Lager der heimischen Sägeindustrie sehr gut mit Nadelsägerundholz gefüllt

Preise für das vierte Quartal um bis zu 5 Euro je Festmeter gesenkt.

Wien, 16. Oktober 2015 (aiz.info). - Die heimische Wirtschaft ist weiterhin von der gedämpften Nachfrage aus dem Ausland sowie der niedrigen Investitionsbereitschaft im Inland geprägt. Der Wachstumsrückstand insbesondere gegenüber Deutschland sollte sich 2016 verringern.

In der heimischen Forstwirtschaft ist die Aufarbeitung von Käferkalamitätsholz in den vergangenen Wochen in allen Besitzkategorien voll angelaufen. Die Lager der österreichischen Sägeindustrie sind dementsprechend außerordentlich gut mit Nadelsägerundholz gefüllt. Obwohl von den Werken gesonderter Bedarf an frischem, gesundem Sägerundholz artikuliert wird, wurden die Preise für das vierte Quartal um bis zu 5 Euro je Festmeter (FMO) gesenkt. Auch für Starkholz gibt es teilweise wieder stärkere Abschläge. Die Preisspanne für das Leitsortiment Fichte B, 2b hat sich zudem ausgeweitet und liegt zwischen 83 und 94 Euro je FMO. Aufgrund des großen Angebotes an Kalamitätsholz wurden auch die Preise für Braunbloche und CX-Qualitäten deutlich gesenkt, teilt die LK Österreich in ihrem jüngsten Marktbericht mit. Die Marktsituation im benachbarten Ausland ist vergleichbar angespannt.

Die Rundholzabfuhr verläuft größtenteils schleppend, nur im Rahmen strikt vereinbarter Lieferprofile funktioniert diese ohne wesentliche Einschränkungen. Die Witterung seit Anfang Oktober brachte zwar eine Entspannung bei der weiteren Entwicklung der Borkenkäfer, jedoch schränken die Niederschläge teilweise die Schadholzaufarbeitung ein. Dem Trend der Fichte folgend, ist auch der Absatz von Weiß- und Schwarzkiefer nur zu reduzierten Preisen möglich. Die Lärche hält ihr gutes Preisniveau.

Im Bereich des Laubsägerundholzes lässt vor allem die Eiche wieder eine sehr gute Saison erwarten. Buche sollte sich auch preislich etwas erholen, so die Experten.

Geringere Nachfrage bei Industrieholz

Nadelindustrierundholz wird verhalten nachgefragt, da die Standorte der Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie sehr gut mit Rohstoff bevorratet sind. Die Holzzufuhr ist im Einzugsbereich der Schadgebiete in Ober- und Niederösterreich streng kontingentiert, die Preise sind stabil. Durch den Brand der Papiermaschine in Laakirchen ist der Absatz von Schleifholz nahezu zum Erliegen gekommen. Die Holzzufuhr ist zumindest bis Ende dieses Jahres gesperrt. Der durch den Eisbruch verursachte Rückstau an Buchenfaserholz entspannt sich langsam.

Der Energieholzmarkt präsentiert sich weiterhin sehr ruhig. Die Heizwerke sind sehr gut mit Rohstoff versorgt. Der Absatz ist meist nur im Rahmen der abgeschlossenen Verträge möglich. Im Zuge der Schadholzaufarbeitung anfallendes Energieholz sollte auf Lager gelegt werden, um den Bedarf an qualitativem Brennholz in der kommenden Saison decken zu können, empfehlen die Forstexperten.

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