Land&Forst Betriebe: Österreichs Stärke liegt in der Vielfalt seiner Agrarstruktur

Ende populistischer Strukturdebatten gefordert.

Wien, 8. März 2017 (aiz.info). - Die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) nach 2020 steht aktuell im Fokus der Diskussionen. Eine Stärken-Schwächen-Analyse in den einzelnen Mitgliedstaaten ist dabei von besonderer Bedeutung. Die Land&Forst Betriebe sehen die Vielfalt der heimischen Agrarstruktur nach Produktionsbereichen, Lagen und Betriebsgrößen dabei als besondere Stärke. "Einheitslösungen sind daher in einer vielschichtigen Landschaft wie der unseren nicht möglich", betont Vizepräsident Richard Auer-Welsbach. Erstaunt ist er über die immer wieder aufflammende Groß-Klein-Debatte in Österreich, "wo es im europäischen Kontext gesehen keine Großbetriebe, ja nicht einmal wirklich Mittelbetriebe gibt. Ein Blick auf die Agrarstruktur unserer Nachbarländer zeigt, dass diese Betriebe haben, die oft 20-mal größer sind als unsere größten österreichischen Bauernhöfe".

Österreichs Land- und Forstwirtschaft wird fast ausschließlich von Familienbetrieben bewirtschaftet. Je nach Sparte, Lage oder Ausrichtung brauchen diese entweder mehr Arbeitskraft, Fläche oder andere Produktionsmittel. "Jede willkürliche Einziehung von Grenzen - sei es durch eine Hektar-, Mitarbeiter- oder sonstige Produktionsgröße - würde das strategische Rückgrat unserer Landwirtschaft gefährden und widerspricht der vielfältigen Struktur unserer Heimat. Wenn wir auch in Zukunft noch professionelle, nachhaltige und zukunftsorientierte Betriebe in Österreich haben wollen, muss die Vielfalt unserer Agrarstruktur als Stärke anerkannt werden und in die politischen Strategien einfließen. Wie besonders und intakt unsere heimische Landwirtschaft ist, wird oft erst bewusst, wenn man in andere Länder blickt", betont Auer-Welsbach.

Über der strukturellen Vielfalt des Agrarbereichs steht das gemeinsame Dach einer nachhaltigen Bewirtschaftung. Dabei geht es nicht nur um die Produktion, sondern auch um Leistungen für Umwelt und Gesellschaft wie gepflegte Landschaftsbilder oder Naturschutz. Eine höhere Flächenausstattung ist besonders effektiv, wenn es um Umweltleistungen geht, denn diese werden eben auf der "Fläche" erbracht - oft auch mit mehr Möglichkeiten. Anders als in anderen EU-Staaten werden in Österreich Umweltleistungen in der Zweiten Säule der GAP abgegolten. Damit kann höchst erfolgreich und mit spezifischen Maßnahmen sowie Instrumenten auf den Standort eingegangen werden. "Insgesamt wird es jedenfalls einer klugen und ausreichend dotierten Ausgestaltung der neuen GAP bedürfen, wenn wir auch künftig eine flächendeckende und vielfältige Agrarstruktur zur Absicherung unserer heimischen Lebensmittelversorgung gewährleistet haben wollen", so Auer-Welsbach abschließend.