Landwirtschaft und Naturschutz arbeiten zusammen für mehr Biodiversität

Blühende Landschaften sind das Ziel der gemeinsamen Kampagne NATUR VERBINDET.

Wien, 12. Mai 2016 (aiz.info). - Bienen & Co brauchen Unterstützung! Landwirtschaftskammer Österreich und Naturschutzbund arbeiten deshalb eng zusammen und rufen im Rahmen ihrer gemeinsamen Kampagne NATUR VERBINDET zum Erhalten und Schaffen von artenreichen Blühflächen auf. Grundbesitzer sollen ihre bunten Wegränder, Ackerrandstreifen, Wildblumenwiesen fotografieren und auf www.naturverbindet.at eintragen. Besonders schöne Flächen werden im Herbst prämiert.

Artenreiche Blumenwiesen, bunte Wegränder und blühende Ackersäume zu erhalten und zu schaffen, ist bei NATUR VERBINDET das erklärte Ziel von Landwirtschaftskammer Österreich und Naturschutzbund. "Uns ist dabei die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft besonders wichtig, denn wie Flächen bewirtschaftet werden, entscheidet über ihren naturschutzfachlichen Wert", sagt Naturschutzbund-Geschäftsführerin Birgit Mair-Markart.

Die Kampagne NATUR VERBINDET

Jeder Quadratmeter zählt! Unter diesem Motto sind alle aufgerufen, ihre Blumenparadiese zu fotografieren und mit einer kurzen Beschreibung auf www.naturverbindet.at einzutragen. Bei einer Prämierung im September - im Beisein von Minister Rupprechter, LK-Präsident Schultes und Naturschutzbund-Präsident Türk - wollen die Projektpartner die schönsten Blumenwiesen auszeichnen und damit jene Grundbesitzer vor den Vorhang holen, die sich besonders engagieren.

Nicht nur die Natur gewinnt

Eine Online-Plattform dient als Kommunikationsdrehscheibe, bietet viele Infos, Praxistipps sowie Kontakte für Beratung, Saatgutbezug und Förderungen. Vor allem aber sammelt sie Blühflächen: Denn alle, die ihren Grund naturnah bewirtschaften, können mitmachen - also nicht nur Landwirtschaftsbetriebe, sondern auch Gemeinden, Firmen, Gartenbesitzer. Als zusätzlicher Anreiz werden unter allen Meldungen Wochenend-Urlaube von ÖBB "Railtours" und "Urlaub am Bauernhof" sowie Messetickets verlost.

Natur schützen - Kulturlandschaft erhalten

Ein großes Problem für die Biodiversität ist es aber auch oft, wenn landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben wird. Seit den sechziger Jahren hat die landwirtschaftliche Nutzfläche um 20% abgenommen, unter anderem sind 250.000 ha Ackerland aus der Produktion genommen worden - auch das hat zum Artenverlust beigetragen. Wird wertvoller landwirtschaftlicher Boden versiegelt oder die extensive Bewirtschaftung zum Beispiel von Streuobstwiesen, Trockenrasen und Almen aufgegeben, gehen auch die darauf angewiesenen Arten verloren. "Unsere Bäuerinnen und Bauern sind stolz darauf, durch ihre Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten und sie wollen dies auch in Zukunft flächendeckend tun", sagt LK Österreich-Generalsekretär-Stellvertreter Josef Plank.

Landwirtschaft und Biodiversität sind eng verknüpft

Österreichs Landwirte leisten freiwillig einen erheblichen Beitrag zur Sicherung der Biodiversität. Für besondere Naturschutzleistungen müssen aber auch entsprechende Mittel der öffentlichen Hand eingesetzt werden, sind sich LK Österreich und Naturschutzbund einig. Das Umweltprogramm ÖPUL bietet unter anderem mit den Maßnahmen "Wertvolle Flächen" oder "Naturschutzflächen" den Bäuerinnen und Bauern die geeignete Basis dafür. Die verlässliche und effektive Förderung einer naturnahen Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaft und die solide Finanzierung integrierter Natur- und Artenschutzmaßnahmen müssen auch weiterhin gesichert sein.

Eine große Artenvielfalt kommt auch der Landwirtschaft zugute

Thomas Frank, Leiter des Instituts für Zoologie an der Universität für Bodenkultur begrüßt die verstärkte Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft. "Eine große Artenvielfalt sorgt für fruchtbare Böden, Bestäubung von Kulturpflanzen und Klimaregulation. Eine reich strukturierte Agrarlandschaft fördert die Artenzahl an Nützlingen, was im Zuge der sogenannten biologischen Schädlingskontrolle zu einer Reduktion an landwirtschaftlichen Schädlingen führen kann. Und die weltweite Erntemenge an Kulturpflanzen würde dramatisch abnehmen ohne eine artenreiche Gemeinschaft an bestäubenden Insekten wie Wildbienen, Honigbienen, Hummeln oder Schwebfliegen. Die stärkere Erhaltung beziehungsweise Neuschaffung von naturnahen und vielfältigen Landschaftselementen, wie sie von der Kampagne NATUR VERBINDET verfolgt wird, ist ein wichtiger Beitrag dazu", so der Experte.