Maisanbau in Oberösterreich bewahren

Agrar-Landesrat Hiegelsberger, Landwirtschaftskammer-Präsident Reisecker und Vertreter der RWA diskutieren die Situation des oberösterreichischen Maisanbaus

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v.l.n.r.: Ranetbauer (GF LH Pregarten), DI Dr. Blaimauer (RWA), DI Wolf (GD RWA), LR Hiegelsberger (Agrar-LR OÖ), ÖR Ing. Reisecker (Präs. LWK OÖ), ÖR Ludwig (stv. RWA-AR.Präs.), ÖR Schützeneder (Obm. LH Pregarten) © RWA
Wien, 6. November 2014 – Der Maisanbau, der in Oberösterreich eine wichtige Grundlage für die Tierzucht darstellt, steht aktuell vor ernstzunehmenden Herausforderungen. Der Markt ist unter Druck und mehrere Schädlinge – allen voran der Maiswurzelbohrer – gefährden den Bestand der wichtigen Kulturpflanze. Wie der aktuelle Status Quo in Oberösterreich ist, welche Maßnahmen notwendig und welche Saatgut-Innovationen verfügbar sind, diskutierten gestern Landesrat Hiegelsberger, Landwirtschaftskammer-Präsident ÖR Ing. Reisecker, RWA-Generaldirektor DI Wolf sowie der stv. RWA-Aufsichtsratsvorsitzende ÖR Hubauer im Rahmen eines Besuches in der Lagerhaus-Genossenschaft Pregarten-Gallneukirchen.

„Die Märkte stehen unter massivem Druck und im Maisanbau hatten wir in Oberösterreich heuer große Probleme mit Schädlingen. Für die Zukunft des Maisanbaus ist eine wirksame Vorsorge gegen den Maiswurzelbohrer das Gebot der Stunde“, stellte Landesrat-Hiegelsberger zu Beginn des Zusammentreffens fest. Zu diesem Schluss kamen auch der oberösterreichische Landwirtschaftskammer-Präsident Reisecker und RWA-Generaldirektor Reinhard Wolf. „Wir haben beobachtet, dass sich die Fangzahlen des Maiswurzelbohrers innerhalb eines Jahres verzehnfacht haben“, so Reisecker und Wolf ergänzte: „Aus meiner Sicht haben wir heuer in Oberösterreich dieselbe Situation wie in der Steiermark vor drei Jahren. Daher wissen wir, welche Gefahren die Ausbreitung des Maiswurzelbohrers auch für die oberösterreichischen Bauern in Zukunft bedeuten kann.“ Aus den genannten Gründen, so waren sich alle einig, brauche es dringend Lösungen, um die heimische Versorgung auch in Zukunft zu gewährleisten.

Neben dem Maiswurzelbohrer zeigten sich heuer auch der Drahtwurm und der Maiszünsler besonders stark auf den Feldern der oberösterreichischen Landwirte. Der Drahtwurm trat insbesondere auf den Feldern von Milchviehbetrieben auf, die im Rahmen der Fruchtfolge Klee angebaut haben, erläuterte Ludwig Hubauer, stv. RWA-Aufsichtsratspräsident, und riet Landwirten in Bezug auf den Maiszünsler jetzt auf richtiges Maisstrohmanagement zu achten: „Der Trend zur minimalen Bodenbearbeitung kommt dem Maiszünsler entgegen und bietet ihm die Möglichkeit am Feld zu überwintern. Daher empfehlen unsere Lagerhaus-Experten jetzt auf ein sauberes Feld zu achten und die Maisstrunken zu häckseln.“

Trends bei Maissaatgut

Im Mittelpunkt des Zusammentreffens stand neben dem Umgang mit der Schädlingssituation auch die Frage, welche Trends sich in der kommenden Saison bei den Maissorten durchsetzen. Die RWA sieht in Oberösterreich weiterhin eine klare Tendenz hin zu Zahnmaistypen mit „Dry Down“-Effekt sowie zu frühen Hartmaissorten. Darüber hinaus beobachtet Johann Blaimauer, RWA-Bereichsleiter Saatgut, der ebenso an der Gesprächsrunde teilnahm, dass bei Silomais die Restpflanzenverdaulichkeit eine immer größere Rolle spielt: „Landwirte achten immer mehr darauf, dass die von ihnen gewählte Maissorte eine hohe Restpflanzverdaulichkeit aufweist, die vom Ligningehalt und der Stärkestruktur einer Pflanze abhängt. Denn je besser eine Kuh diese Bestandteile verdaut, umso schneller kann Energie freigesetzt werden. Dies bewirkt wiederum eine Steigerung der Milchproduktion und minimiert zudem Stoffwechselstörungen zu Laktationsbeginn sowie Fruchtbarkeitsstörungen.“ Um diesem Bedürfnis nachzukommen, bietet die RWA mit ihrer Eigenmarke DIE SAAT und in Kooperation mit LG Animal Nutrition für den Maisanbau 2015 vier verschiedene hochverdauliche Sorten an.

Landesrat Hiegelsberger betonte vor dem Hintergrund der neuen Saatgut-Innovationen, dass die Lagerhäuser gerade in der jetzigen Phase ein wichtiger regionaler Partner für die Landwirte sind und den Bäuerinnen und Bauern Sicherheit geben.“