Laubholz mit Erfolg bewirtschaften

Die Erderwärmung und die damit verbundene Gefährdung durch Borkenkäfer, Hallimasch, Trockenschäden und Sturmschäden bringt die Fichte unter Druck. Darum sollte man wieder mehr Laubholz in unsere Wälder bringen.

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Der Blochholzanteil beträgt bei Laubbäumen rund 40 % und der gewünschte Mitteldurchmesser min. 40 cm © RWA

Warum Laubholz?

Laubbäume verbessern den Humuszustand und Bodenzustand, Kalamitäten durch Schädlinge sinken und die Sturmfestigkeit verbessert sich ebenso wie die Durchwurzelung des Bodens. Ökonomisch gesehen, produziert Laubholz sogenanntes Wertholz. Dafür sind enge Pflanzverbände und/oder intensive Jugendpflege notwendig, wodurch höhere Kosten anfallen. Bevor man sich für Laubholz entscheidet, sollte man die Zielsetzung klären.

Voraussetzungen für hohe Erträge sind ein gutes Wachstum, genetische Qualität, sorgfältige Pflanzung, enger Pflanzverband sowie Astung und Formschnitt, konsequente Z-Baum Durchforstung und eine kurze Umtriebszeit. Die Umtriebszeit hängt von der Baumart ab. So benötigt die Eiche 80 – 130 Jahre für einen Durchmesser von +60 cm.

Man sollte auf eine relativ kurze astfreie Stammlänge, große und lange Baumkronen und große Abstände zwischen den Z-Bäumen achten. Dabei soll die Krone 65 – 75 % der Baumhöhe ausmachen. Ideal ist ein astfreier, gerader und gesunder Stamm mit mehr als 60 cm Durchmesser.

2-Phasen Konzept

Richtige Astung bei Laubbäumen[1476871726052152.jpg]
Richtige Astung © OÖ Landesregierung (2011)
In den unteren 30 % der Baumhöhe sind 60 % der Holzmasse und 90 % des Wertes enthalten! Darum sollte nach dem 2-Phasen-Konzept für Wertholz bewirtschaftet werden:
  • Phase 1: Erzielung der astfreien Stammlänge durch Dichtstand und/oder Astung
  • Phase 2: Freistellung der Z-Bäume
Die ersten 10 – 15 Jahre entscheiden über die Qualität eines Bestandes. Darum sollte man bei Bestandesbegründung und Jugendpflege einiges beachten: Da Baumarten ein unterschiedliches Höhenwachstum aufweisen, führt eine Mischung bei der vorwüchsigen Baumart zu Starkästigkeit und bei der schwachwüchsigen zu Verkümmerung. Um Wertholz zu erzeugen, bedarf es oft einer Astung oder eines Formschnitts. Diese sind bis zu einem Astdurchmesser von bis 2 cm möglich.

Dabei gelten folgende Regeln:
  • Der Astkragen muss erhalten bleiben
  • Nicht zu nahe am Stamm schneiden (Wunden)
  • Es darf kein Aststummel verbleiben

Häufige Fehler

Laubbäume: Freistellung von Z-Bäumen[1476871728864346.jpg]
Freistellung von Z-Bäumen © OÖ Landesregierung (2011)
Der häufigste Fehler ist der zu späte Beginn von Astung und Formschnitt. Ideal wäre Spätwinter oder Sommer. Nach der Dickungsphase wird der Durchmesserzuwachs durch eine Freistellung der Z-Bäume gefördert. Dies geschieht, wenn der Stamm eine astfreie Höhe von 1/4 – 1/3 der Endhöhe erreicht hat. Ihr Mindestabstand sollte 10 – 12 m nicht unterschreiten. Bei der Auswahl sollten Holzfehler (Drehwuchs, Äste im untersten Viertel der Endhöhe, Stammschäden, Krümmung, Wasserreiser, …) vermieden werden. Bei der Freistellung sollen 2 – 8 Bedränger je Z-Baum und Eingriff entnommen werden. Anfangs sollten je Jahrzehnt 2 – 3 Durchforstungen stattfinden, später weniger. Am Ende sollten sich ca. 70 Z-Bäume/ha befinden.

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Autor:
DI Christine Fichtinger