Milchanlieferungen in der EU weiter rückläufig

Gesamtmenge seit Jahresbeginn aber noch über dem Vorjahresniveau.

Berlin, 21. November 2016 (aiz.info). - Seit Juni 2016 fällt das Milchaufkommen in der EU gegenüber dem Vorjahr geringer aus. Diese Entwicklung hat sich im Herbst spürbar verstärkt. In Summe fiel die Milchanlieferung in der Union in den ersten neun Monaten dieses Jahres dennoch höher aus als im Jahr zuvor. Ausschlaggebend hierfür waren die deutlichen Produktionsanstiege im ersten Quartal. Dieser Mengenvorsprung dürfte bis Jahresende nahezu vollständig abgeschmolzen sein, dies geht aus einer Analyse der deutschen Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) hervor.

Nach Berechnungen der AMI lagen die von den Molkereien in der EU erfassten Milchmengen im September um 2,8% unter dem Vorjahresniveau. Das war der bislang stärkste Rückgang in diesem Jahr. In den Monaten Juni bis August betrug die Abnahme zwischen 0,7 und 1,7%. Im September wurde zudem erstmals auch das Niveau von 2014 leicht unterschritten.

Insgesamt wurden von Jänner bis September EU-weit rund 117 Mio. t Milch erfasst. Damit fiel das Rohstoffaufkommen um knapp 2 Mio. t umfangreicher aus als im Vergleichszeitraum 2015. Im Tagesschnitt entspricht dies einem Anstieg um 1,4%. In Folge der seit der Jahresmitte rückläufigen Milchmengen hat sich der Vorsprung vom Jahresbeginn mittlerweile wieder deutlich verringert. In den ersten fünf Monaten lag der Zuwachs noch bei 3,8%.

Weitere Entwicklung von Milchpreis und Kuhbeständen abhängig

Hinsichtlich der weiteren Entwicklungen bleibt laut AMI abzuwarten, in welchem Umfang die wieder anziehenden Erzeugermilchpreise die Produktion im letzten Viertel dieses Jahres stimulieren werden. Zum Teil konnten die Milchpreise schon deutlich zulegen und in den kommenden Monaten dürften weitere Aufschläge folgen. Dem stehen jedoch die aufgrund der erhöhten Kuhschlachtungen rückläufigen EU-Milchkuhbestände entgegen.

Da sich die rückläufigen Tendenzen bei der Milchanlieferung in den wichtigen Produzentenländern Deutschland, Frankreich und Großbritannien im Oktober weiter verstärkt haben und auch in Irland zuletzt kein Wachstum mehr zu verzeichnen war, ist laut AMI zu erwarten, dass sich die Milchmenge in der EU im vierten Quartal weiterhin unterhalb des Vorjahresniveaus bewegen wird. Damit dürfte der Mengenvorsprung aus dem ersten Halbjahr bis zum Jahresende sukzessive abgebaut werden.

Österreich: Saisonaler Tiefpunkt im November erreicht

In Österreich hat sich im September 2016 der saisonale Rückgang der Milchanlieferung fortgesetzt. Die Menge lag laut AMA mit 233.229 t um 4,8% unter der des Vormonats und gleichzeitig um 4% unter dem Vorjahresniveau. Von Jänner bis September 2016 wurde in Summe um knapp 1% mehr Milch an heimische Molkereien geliefert als ein Jahr zuvor. Zu beachten ist allerdings, dass jene inländischen Milchmengen, die von Landwirten an Molkereien in anderen Mitgliedstaaten geliefert werden, seit Jänner 2016 nicht mehr enthalten sind und daher der Vergleich zum Vorjahr nur bedingt möglich ist. Der saisonale Tiefpunkt der Anlieferungen sollte jedenfalls im November erreicht werden.