Milchquoten wurden 2012/13 voraussichtlich um rund 111.000 t überliefert

Zusatzabgabe von EUR 31 Mio. fällig - Endgültige Ergebnisse im Juni.

Wien, 19. April 2013 (aiz.info). - Die Agrarmarkt Austria hat heute das vorläufige Ergebnis für das Milchquotenjahr 2012/13 veröffentlicht. Demnach wurde die nationale Referenzmenge für Anlieferungen (A-Quote) von den heimischen Landwirten in Summe um 111.551 t oder 3,9% überliefert. Dies hat voraussichtlich eine Zusatzabgabe von insgesamt EUR 31,04 Mio. zur Folge. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr betrug die Überlieferung 120.145 t, im Jahr davor (2010/11) waren es "nur" 20.899 t. Die endgültigen Ergebnisse für das soeben abgelaufene Quotenjahr wird die AMA in der zweiten Junihälfte bekannt geben. Dabei kann sich die Überlieferung durch die sogenannte "negative Fettkorrektur" noch etwas verringern.

Die AMA geht in ihren Berechnungen für das Milchquotenjahr 2012/13 (April bis März) von einer nationalen Anlieferungs-Referenzmenge in der Höhe von 2,877.172 t aus. In dieser Menge ist auch die auf EU-Ebene im Rahmen des "Health Check" festgelegte jährliche Quotenaufstockung um 1% berücksichtigt.

Tatsächlich haben die heimischen Milchbauern laut vorläufigen Berechnungen aber 2,947.992 t Rohmilch an die Molkereien und Käsereien geliefert. Auch der Fettgehalt der angelieferten Milch war mit durchschnittlich 4,19% höher als der Referenzwert von 4,04%. Dadurch erhöht sich die Menge um weitere 40.731 t, woraus eine fettkorrigierte Anlieferung von 2,988.723 t resultiert. Daraus ergibt sich eine saldierte Überlieferung von 111.551 t. Gut ein Drittel dieser Menge (36%) kam aufgrund des höheren Fettgehaltes zustande. Innerhalb der EU wurde bekanntlich für Quotenüberschreitungen eine Zusatzabgabe von 27,83 Cent je kg Milch festgelegt. Daraus errechnet sich für 2012/13 eine vorläufige "Superabgabe" von EUR 31,04 Mio., die an die EU abzuführen ist.

Das endgültige Ergebnis für dieses Quotenjahr wird von der AMA in der zweiten Junihälfte veröffentlicht. Dabei kann sich die Überlieferung noch etwas verringern, weil in der obigen Berechnung die negative Fettkorrektur noch nicht zur Gänze enthalten ist. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen im vergangenen Jahr scheint es realistisch, dass man sich bei der saldierten Überschreitung letztendlich in Richtung 100.000 t bewegt.