Kommentar: Aktuelle Lage am Rundholzmarkt

April 2014: DI Reinhard Pfeffer (RWA-Holzabteilung) über die Marktlage bei Sägerundholz, Industrieholz, Laubholz und die Gefahr des Borkenkäfers.

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DI Reinhard Pfeffer, RWA-Holzabteilung © RWA
Der milde Winter sorgte 2014 für Turbulenzen am österreichischen Holzmarkt. Die Suche nach Holz war Ende Jänner beendet. Es kamen Holzströme zu den Sägewerken, der Papier- und Plattenindustrie in Gang, die man sonst nur aus Kalamitätszeiten kennt. Die günstigen Witterungsverhältnisse animierten fast alle Waldbesitzer zur Holzernte. Durch die hohen Temperaturen sank der Verbrauch der Heizwerke um bis zu 30 %. Dazu kam ein Betriebsausfall im größten Biomasse-Heizwerk Österreichs, was zu einer Umleitung von Faserholz zu den stofflichen Verwertern führte. Ende März kam es zu einer Verpuffung im Heizkessel des Zellstoffwerkes Pöls, was ebenfalls einen herabgesetzten Holzverbrauch bedeutet.

Sägerundholz:

Im 1. Quartal wurde die Schnittholzproduktion 10–15 % gegenüber 2013 erhöht. Im 2. Quartal wird die Nachfrage nach Rundholz zurückgehen, da die Lager der Sägewerke gut gefüllt sind. Wegen der fallenden Preise für Hackgut und Sägespäne wurden auch die Rundholzpreise um bis zu 5 % zurückgenommen. Nach der Schließung des Kiefernsägewerkes in Sollenau kommt es auch in dieser Holzart zu Preisrücknahmen.

Industrieholz:

Noch Ende 2013 hatte die Papierindustrie geklagt, dass es zu wenig österreichisches Holz gibt. Mittlerweile sind Zufuhrkontingentierungen und -sperren an der Tagesordnung. Überlieferungen von Verträgen werden nicht akzeptiert. Auch in diesem Segment gibt es Preisrücknahmen. Durch einen Eisbruch in Slowenien im Jänner kommen vor allem in Südösterreich zusätzliche Mengen Laubindustrie- und Energieholz auf den Markt.

Laubholz:

Die Saison geht wenig spektakulär zu Ende: Die Hauptbaum­art Buche ist preislich weiter schlecht, nur Exporte nach Asien konnten einen weiteren Verfall verhindern. Dafür konnten sich Eiche und zum Teil Esche einer guten Nachfrage erfreuen, welche sich im Herbst fortsetzen dürfte.

Käfergefahr:

Durch den niederschlagsarmen Winter könnte der Borkenkäfer wieder verstärkt auftreten. Ein Überwachen der Bestände und schnelles Reagieren bei festgestelltem Befall ist absolut notwendig, um größere Schäden hintanzuhalten.

Es gilt natürlich weiterhin die alte Regel: Vor dem Holzverkauf muss man sich unbedingt über die Ausformung und Längenaushaltung erkundigen. Nicht alle Sortimente und Längen erzielen die erhofften Spitzenpreise, oft gibt es sogar empfindliche Abschläge, die man vermeiden kann.

Die Holzprofis der Lagerhäuser beraten sie gerne, wenn es um Vermarktung, Schlägerung und sonstige Fragen geht.
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Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA-Holzabteilung