N-Formen und ihre Wirksamkeit

Bei der Wahl des passenden Stickstoff-Düngers sind einige wichtige Punkte zu beachten.

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© RWA
Über die Frage, welche N-Form die beste ist, gehen die Meinungen auseinander. Je nach Standpunkt werden Versuchsergebnisse präsentiert, welche die jeweiligen Ansichten unterstützen. Daher lohnt sich eine systematische Betrachtung aller Aspekte die für oder gegen eine N-Form sprechen. Dass dies nicht nur der Preis des N-Düngers selbst sein kann, sondern das gesamte Düngersystem betrachtet werden muss, liegt auf der Hand.

So funktioniert die Stickstoff-Versorgung:

Die Pflanze nimmt Stickstoff fast ausschließlich als Nitrat auf. Dies wird über das Bodenwasser an die Wurzel herangeführt. Die Pflanze kann zwar auch Ammonium aufnehmen, muss hierzu aber erst mit der Wurzelspitze an das Ammonium heranwachsen, welches an Tonminerale und Humus gebunden ist.

Prinzipiell ist es daher vorteilhaft, wenn ein Teil des N-Düngers bereits als Nitrat vorliegt. Dies gilt vor allem unter ungünstigen Bedingungen; insbesondere zur ersten N-Gabe, wenn die Bestände noch über eine geringe Wurzelmasse verfügen und bei niedrigen N-min-Gehalten im oberen durchwurzelten Bodenbereich, also bei schlechter räumlicher Verfügbarkeit des Stickstoffs. Ammonium, zum Beispiel aus der Umsetzung von Harnstoff, wird folglich über Nitrit auch zu Nitrat umgewandelt, was jedoch gerade bei einem kühlen und trockenen Frühjahr verlangsamt geschieht.

Vom Wirkungsmechanismus her ist also zu erwarten, dass Kalkammonsalpeter mit 50 % Nitrat-N vor allem unter den beschriebenen Bedingungen Vorteile bei der N-Versorgung der Kulturen bietet. Dazu kommt bei Harnstoff die Gefahr von höheren gasförmigen N-Verlusten in Form von Ammoniak, da – im Unterschied zu KAS – der gesamte Stickstoff die verlustgefährdende Ammoniumphase durchlaufen muss.
Die zur Erledigung der Feldarbeit zur Verfügung stehende Zeit wird auch nicht zuletzt wegen der Witterungsbedingungen immer knapper. Auf die Düngung bezogen bedeute das, dass möglichst einfache und kostengünstige, trotzdem aber effiziente Strategien mit hoher Flächenleistung gefahren werden müssen. Als weiteren Effekt sind zusätzlich mit einem Dünger ausgebrachte Nährstoffe zu nennen, beispielsweise mit schwefelhaltigen N-Düngern oder mit Mehrnährstoffdüngern. Vorteilhaft ist besonders die kombinierte Düngung von Stickstoff und Schwefel zur ersten Gabe insbesondere bei Raps, da beide Nährstoffe ähnliche Aufgaben im Stoffwechsel erfüllen und daher gleichzeitig benötigt werden.

N-Dünger mit Sulfatschwefel

Für alle wichtigen N-Sorten stehen mittlerweile auch schwefelhaltige Varianten bereit. Es ist auf wasserlöslichen Schwefel in Form von Schwefelsulfat zu achten:
  • Entec 26 - 26 % N (7,5 % Nitrat und 18,5 % Ammonium N) der darüber hinaus zusätzlich stabilisiert ist sowie 13 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
  • Ammonsulfatsalpeter - 26 % N (7,5 % Nitrat und 18,5 % Ammonium N) sowie 13 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
  • Ammonsulfatsalpeter - 25 % N (7,7 % Nitrat und 17,3 % Ammonium N) sowie 12 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
  • Ammonsulfat (SSA) - 21 % N (zur Gänze als Ammonium N) sowie 24 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
  • Ammonsulfat (SSA) - 20 % N (zur Gänze als Ammonium N) sowie 20,5 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
  • Piamon S - 33 % N (22,6 % Amid und 10,4 % Ammonium N) sowie 12 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
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Autor:
Peter Kirchmayr