Pferdekoppeln und Pferdewiesen

Spätestens im April sollte man den Bewuchs von Pferdekoppeln und Pferdewiesen kontrollieren und gegebenenfalls Maßnahmen setzen. Bei Gatschkoppeln sollte auch die Stickstoffmenge bilanziert werden.

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© RWA
Winter- und Dürreschäden, aber auch Bewirtschaftungsfehler führen zu lückigen Pflanzenbeständen. Sind im Frühjahr mehr als 10 % handtellergroße, unbewachsene Kahlstellen in der Grasnarbe, so besteht Handlungsbedarf. Wurde in der vorjährigen Erntesaison festgestellt, dass der Grasanteil unter 60 % gefallen ist, der Ertrag nachgelassen hat, oder der Löwenzahn über 30 % gestiegen ist, sollte dies zu einer Nachsaat motivieren.

Startschuss für die Nachsaat

Das Vegetationsstadium „Spitzen“ ist der Startschuss für die Nachsaat. Die Bodentemperaturen liegen hier schon bei 10° C und die übrige Vegetation ist noch niedrig, sodass die Striegelkombinationen die Saatgutmischungen in den Boden ablegen und mit den Walzen einen Bodenschluss herbeiführen können. Die Entscheidung, ob eine Nachsaat erfolgt, sollte bei einer Begehung auf der Wiese getroffen werden.

Grünkoppeln und Pferdewiesen

Grünkoppeln, die im Herbst mit Pferden oder Nutztieren bestoßen wurden, sollten nach der Schneeschmelze begangen werden, um zu sehen, ob Lücken in der Größe eines „Handtellers“ im Ausmaß von 10 % vorhanden sind. Gibt es derartige Lücken in der Grasnarbe, sollte mit einem Nachsaatgerät – hier genügt ein Leichtstriegel – beim Ergrünen der Koppel eine Übersaat mit 15 kg/ha „Pferdeweide PW oder Nachsaat NIK – ohne Klee“ erfolgen. Diese Mischungen in ÖAG-Qualität erhält man exklusiv im Lagerhaus.
Sind die Pferdewiesen auch mit Lücken in der Grasnarbe behaftet, sollten 15 kg/ha Nachsaat NA ohne Klee (auf guten Standorten) bzw. Pferdewiese PH (beide ÖAG-Mischungen) ebenfalls mit einem Leichtstriegel beim Ergrünen der Gräser übergesät werden.
Jene Bestände, die im Frühjahr nachgesät wurden, sollten schon beim Schossen bis Beginn Ähren-/Rispenschieben bei einer Schnitthöhe von 5-7 cm frühzeitig geerntet werden, damit die Nachsaat Licht für das Wachstum bekommt.

Gatschkoppeln frühestens Mitte April nachsäen

Im Herbst, Winter und Frühjahr aufgetretene Koppeln, die weniger als 50 % Bewuchs aufweisen, nennt man Gatschkoppeln. Diese sollten, wenn sie abgetrocknet sind, frühestens Mitte bis Ende April mit 30 kg/ha NIK ohne Klee mit einem Starkstriegel nachgesät werden. Mit diesem Starkstriegel (Güttler, APV) können die Unebenheiten eingeebnet werden. Hier wird ein zwei- bis dreimaliges Darüberfahren notwendig sein, und wenn ein Saatbett vorliegt, dann wird gesät, eingestriegelt und leicht gewalzt.
Innerhalb der nächsten Wochen wächst ein Pflanzenbestand heran, der als „Heu“ geerntet werden soll. Damit entzieht man dem Boden rund 50 kg N/ha.

Pflanzenbestände laufend kontrollieren

Die Pflanzenbestände sollten laufend beobachtet werden. Wird die Grasnarbe zerstört, kann auch durch eine händische Nachsaat der Bestand wieder geschlossen werden. Eine gute Grasnarbe auf der Weide ist strapazfähig und auf der Wiese liefern diese Pflanzenbestände beste Erträge bei hohen Futterqualitäten.

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Autor:
Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber, LFZ Raumberg-Gumpenstein