Nachsaat von lückigen Grasnarben

Winter- und Dürreschäden, aber auch Bewirtschaftungsfehler führen zu lückigen Pflanzenbeständen.

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© APV
Sind im Frühjahr mehr als 10 % handtellergroße, unbewachsene Kahlstellen in der Grasnarbe, so besteht Handlungsbedarf. Wurde in der vorjährigen Erntesaison bereits festgestellt, dass der Grasanteil unter 60 % gefallen ist, der Ertrag nachgelassen hat oder der Löwenzahn über 30 % angestiegen ist, so sollte dies zu einer Nachsaat motivieren.

ÖAG-Saatgutmischungen bieten beste Qualität

Das Vegetationsstadium „Spitzen“ ist der Startschuss für die Nachsaat. Die Bodentemperaturen liegen hier bei 10° C. Die übrige Vegetation ist noch niedrig, so dass die Striegelkombinationen die Saatgutmischungen in den Boden ablegen und mit den Walzen einen Bodenschluss herbeiführen können. Die Entscheidung, ob eine Nachsaat erfolgt, sollte bei einer Begehung getroffen werden. Die ÖAG-Saatgutmischungen stehen in bester ampferfreier Qualität mit abgestimmten Sorten für die unterschiedlichen Wiesen und Weiden zur Verfügung (siehe Tabelle). Alle ÖAG-Mischungen werden über die Marke Die SAAT exklusiv in den Lagerhäusern angeboten. Bei 10 %iger Lückigkeit sollten davon 10 kg/ha und bei lückigeren Grasnarben bis zu 20 kg/ha eingesetzt werden.
ÖAG-Mischungen für die Nachsaat
Na Weiden und extensive Wiesen unter 3 Schnitten
Ni Mehrschnittwiesen - intensive Nutzung
Natro Wiesen auf trockenen Standorten
Nawei Weiden auf trockenen Standorten

Mischungen mit und ohne Klee erhältlich

Die ÖAG-Nachsaatmischungen gibt es mit und ohne Klee (weisen die Bestände im Frühjahr genügend Klee auf, so Mischungen ohne Klee wählen, ansonsten mit Klee). Jene Bestände, die im Frühjahr nachgesät wurden, sollten schon beim Schossen bis Beginn Ähren-/Rispenschieben bei einer Schnitthöhe von 5–7 cm frühzeitig geerntet werden, damit die Nachsaat Licht für das Wachstum bekommt.

Jährliche Nachsaat bei Mehrschnittwiesen

Auf den besten Standorten und bei guter Nährstoffversorgung lohnt es sich, im Zuge der Frühjahrspflege, die ÖAG Ni-Saatgutmischung im Ausmaß von 5 kg/ha nachzusäen. Dadurch werden die entstehenden kleinen Lücken rasch geschlossen und die ausfallenden Obergräser durch die Schnitthäufigkeit (4–6 Schnitte) mit neuen Sorten ersetzt. Der qualitative Ertrag und eine dichte Grasnarbe sind der Lohn für die permanente Arbeit auf diesen Standorten mit hohen Ertragspotenzialen.

Sanierung bei Gemeiner Rispe

Die Gemeine Rispe hat viele Wiesen und Weiden erobert, das filzige, ausläufertreibende Untergras mit muffigem Geruch muss im Pflanzenbestand rasch zurückgedrängt werden. Eine sichere Methode, diesen „gemeinen Filz“ aus dem Restbestand herauszukämmen, stellt die Arbeit mit den Striegelgeräten dar. Mit diesen Geräten kann die Gemeine Rispe, ohne den „unbekannten“ Untergrund umzuwühlen, großteils entwurzelt werden. Das Entfernen (tief schwaden und per Ladewagen) der Gemeinen Rispe ist unbedingt notwendig, ansonsten wächst diese beim nächsten Regen wieder an.

Die technische Vorgehensweise

Nachsaat bei Lückigkeit: Bei tiefer Grasnarbe im Frühjahr oder Spätsommer mit den Geräten (leichte Striegelkombinationen und Schlitzgeräte) das Saatgut in einem Arbeitsgang ausbringen und rückverfestigen. Auf verlässlich feuchteren Standorten soll dies auch nach dem ersten und zweiten Aufwuchs geschehen.

Sanierung verfilzter Bestände mit Gemeiner Rispe:

Bei tiefer Grasnarbe im Frühjahr oder Spätsommer mit den Geräten die Flächen
  • kreuzweise oder gegengleich kräftig bearbeiten und die Grasnarbe öffnen.
  • Das entfilzte Material muss tief „quer“ geschwadet werden.
  • Das geschwadete Material muss mit dem Ladewagen entfernt und auf einem Kompostplatz abgelagert werden. Dieses Material ist nach 1 Jahr wertvoller Humus.
  • Nun ist die Grasnarbe total offen, der Boden schaut zu 50–80 % heraus. Jetzt erfolgt die Nachsaat mit NiK. Das Saatgut wird eingestriegelt und mit einer Walze rückverfestigt.
Ist diese Biomasse von der Wiese entfernt, kann nachgesät werden. Dafür wurde die „schnelle“ ÖAG-Nachsaatmischung „NiK“ entwickelt, um die „offene“ Grasnarbe rasch mit Englischem Raygras und Knaulgras zu schließen. Vor allem das Englische Raygras geht mit einer Nachsaatmenge von 20 kg/ha schnell in den offenen Boden, noch bevor die Restpflanzen der Gemeinen Rispe die Lücken wieder einnehmen.
Schafft man es im Sanierungsjahr die Gemeine Rispe wegzubringen oder stark zurückzudrängen und das Raygras zu etablieren, so hat man das erste Rennen gewonnen. Die Raygräser sind schnellwüchsig, bringen bei guter Stickstoffdüngung auch hohe Erträge und Futterqualitäten, sie weisen jedoch in der Winterhärte (sprich Schneeschimmel in unseren Lagen) noch keine ausreichende Ausdauer auf. Die besten Sorten (Guru …) halten 2-4 Winter durch und verschwinden dann. Hier sollte die 2. Maßnahme in punkto Nachsaat mit 10 bis 15 kg/ha gesetzt werden.
Gelingt es mit dieser 2., aufgesetzten Maßnahme wieder stabile Verhältnisse herzustellen, dann ist diese Sanierung endgültig abgeschlossen. Eine genaue Beobachtung der Bestände kann nach Jahren bei Lückigkeit wieder eine gezielte Nachsaat nach sich ziehen.
Bei Vielschnittwiesen sollte nach 2 Jahren eine ÖAG-Nachsaatmischung „Ni“, in trockenen Lagen eine „Natro“ bzw. „Nawei“ und auf extensiveren Flächen eine „Na“ mit oder ohne Klee zum Einsatz kommen. Diese 2. Welle bringt den einseitigen und unsicheren Raygrasbestand in Richtung ausdauernden und vielseitigen Pflanzenbestand.

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Autor:
Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber, LFZ Raumberg-Gumpenstein