Lagebericht vom Nadelschnittholzmarkt

Vor kurzem fand in Paris die internationale Nadelschnittholz-Konferenz statt. Wir fassen für Sie zusammen, wie die Sägewerker die Marktsituation einschätzen und welche Auswirkungen für Österreich zu erwarten sind.

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Auch die Sägeindustrie ist auf Nadelholzverarbeitung ausgerichtet © Mag. Halima Stelmach
Für unsere Waldbesitzer ist Nadelblochholz das wichtigste Sortiment: Über 50 % der verkauften Menge ist Blochholz aus Nadelbäumen, für reine Nadelholzbetriebe machen die Erlöse aus dem Blochholzverkauf oft mehr als 80 % aus.

Entwicklungen am Weltmarkt

Die Globalisierung hat auch das Schnittholzgeschäft erfasst, nur der italienische Markt hat auf Österreich aufgrund der kurzen Transportdistanzen noch einen größeren Einfluss als auf andere Schnittholzproduzenten. Man kann daher davon ausgehen, dass die Markteinschätzung der Mitgliedsländer bei der Nadelschnittholz- Konferenz auch für unsere Waldbauern von Bedeutung ist:
  • Von 2011 bis 2015 erholte sich die weltweite Nadelschnittholz-Produktion von 280 auf 319 Mio. m3. Von 2014 auf 2015 wurde der Anstieg vor allem vom US-Baumarkt initiiert. Die größte Produktionsregion, Europa, stagnierte im Vorjahr hingegen bei 103 Mio. m3.
  • Die USA sind der größte Schnittholzimporteur mit 32 Mio. m3, gefolgt von China und Japan. Großbritannien ist der größte europäische Importeur. Von Italien erwarten sich die Marktforscher 2016 eine leichte Importsteigerung nach einer Stagnation 2015.
  • Kanada ist der größte Exporteur mit rund 42 Mio. m3, vor allem in die USA.
  • Der weltweite Verbrauch stieg zuletzt auf 320 Mio. m3 (+0,9 %). Europa bleibt mit 90,6 Mio. m3 der größte Verbraucher der Welt, knapp gefolgt von Nordamerika (89,1 Mio. m3; +4,6 %).

Aussichten für unsere Sägeindustrie

Welche Aussichten eröffnen sich daraus für die österreichischen Betriebe?
  • Experten meinen, dass die Erholung der Levante (Naher Osten, Nordafrika) noch dauern wird. Neben dem fehlenden Geld aus dem niedrigen Ölpreis fehlt auch die politische Stabilität. Österreich exportiert oft schlechtere Qualitäten in diese Region: Bei einem erhöhten Käferholzanfall kann eine Abnahmeschwäche der Levante Probleme auch im Rundholzbereich nach sich ziehen.
  • Das Thema „Brexit“ wurde bei der Konferenz in Paris als nicht drängend eingestuft. Bis sich die Handelskonditionen ändern, werde es noch lange Verhandlungen geben. Davor ändere sich wenig, so das Resümee.
  • Asien, insbesondere China, wurde von Exporteursseite als „rundum positiv“ eingeschätzt. Der Export von Österreich nach China sei allerdings „unter der statistischen Wahrnehmung“. Viel Holz kommt aus Ostsibirien dank verbesserter Logistik nach China.
  • Auch Japan steigert den Holzimport, da der Holzbauanteil über proportional zunimmt. Das bietet Chancen für Brettsperrholz und den Holzrahmenbau.
  • Deutschland gilt als die Konjunkturlokomotive Europas. Der gutgehende deutsche und ein sich erholender französischer Markt sorgten auf der Konferenz dafür, dass Italien in den Besprechungen eher eine geringe Rolle spielte. Hier gehen die Experten von einem konstanten Bedarf aus.

Spitzenplatz in Europa

Auch die Sägeindustrie ist auf Nadelholzverarbeitung ausgerichtet: Mehr als 98 % der Schnittholzproduktion wird aus Nadelholz erzeugt, womit man in Europa hinter Deutschland, Schweden und Finnland den 4. Platz einnimmt.

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