Heimischer Mais ist am Markt gefragt

Die Lagerhäuser bieten verschiedene Möglichkeiten, Nassmais erfolgreich zu vermarkten. Eine Früh- oder Spätlieferung bringt normalerweise bessere Preise als eine Lieferung zur Haupternte.

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Je nach Wunsch bieten die Lagerhäuser zahlreiche Möglichkeiten, Nassmais zu vermarkten © RWA
Körnermais ist nicht nur ein hochwertiges Futtermittel, sondern auch ein Rohstoff für verschiedene Industrieprodukte. Diese reichen von Industrie-Alkohol zur Beimischung in Treibstoff bis hin zu Grundstoffen für die Lebensmittelindustrie wie Stärke oder Zitronensäure. Die Nebenprodukte dienen wiederum als wertvolles, gentechnikfreies Eiweißfuttermittel (Maiskleberfutter, DDGS etc.).

Nassmais: Kampagne lange gestalten

Die heimische Verarbeitungsindustrie hat mittlerweile ihre Kapazitäten so weit ausgebaut, dass sie ohne größere Importe nicht auskommt. Es ist daher nur verständlich, dass die Verarbeiter bestrebt sind, den Maisanbau in Österreich zu fördern und den Landwirten möglichst attraktive Vermarktungsmöglichkeiten zu bieten.

Eine bewährte Möglichkeit ist die Übernahme von Nassmais während der Ernte. Das bringt der Industrie einen Kostenvorteil, den sie an die Lieferanten in Form eines höheren Preises weiterweitergibt. Daher ist der Erlös für Nassmais während der Ernte in der Regel höher als der Trockenmaiserlös für dieselbe Lieferperiode. Es ist deshalb im Sinn sowohl der Industrie als auch der Produzenten, die Nassmaiskampagne auf verschiedene Lieferperioden aufzuteilen und damit möglichst lange eine kontinuierliche Versorgung sicherzustellen.

Frühreife Sorten für Frühlieferung

Eine Frühlieferung bietet sich vor allem für klimatisch begünstigte Lagen in Ostösterreich an. Um das Ziel einer möglichst frühen Ernte (Ende August – Anfang September) zu erreichen, ist es notwendig, besonders früh abreifende Sorten anzubauen. Abnehmer für diese frühe Ernte sind vor allem Agrana Aschach, aber auch Agrana Pischelsdorf und Jungbunzlauer.

Rechtzeitig Termin fixieren

Voraussetzung für eine erfolgreiche und stressfreie Nassmaiskampagne ist ein gut abgestimmter Lieferplan. Er sichert, eine möglichst kontinuierliche Versorgung der Verbraucher. Fixieren Sie daher rechtzeitig ihren Lieferwunschtermin.

Preise bei Haupternte am tiefsten

Natürlich kann Nassmais während der Haupternte im Oktober geliefert werden, allerdings ist dann der Andrang bei den meisten Übernahmestellen besonders groß. Lieferwünsche können daher oft nur beschränkt erfüllt werden und die Preise sind erfahrungsgemäß am niedrigsten. Eine Ausnahme sind Nassmaislieferungen aus der Steiermark und dem südlichen Burgenland, die nach Italien gehen und häufig schon mit Vorkontrakten verkauft wurden.

Prämien für Spätlieferungen

Spätlieferungen sind Nassmaislieferungen ab etwa Mitte November bis in den Dezember hinein. Diese werden üblicherweise mit Spätlieferprämien honoriert. In der Anbauplanung ist auf jeden Fall zu bedenken, dass der Nachbau von Folgekulturen wie Winterweizen nur mehr beschränkt bis gar nicht möglich ist.

Jungbunzlauer und Agrana

Für Agrana-Frühlieferung und Jungbunzlauer bieten die Lagerhäuser besondere Lieferverträge an. Die Preise orientieren sich am Niveau für Nassmais zur Zeit der Lieferung. Für Jungbunzlauer- Ware, geliefert ins Werk Pernhofen, bieten Lagerhäuser zusätzlich einen Mindestpreis als Sicherheit an.

3 RWA Trocknungsanlagen

Neben Nassmais und Spezialmais besteht natürlich auch die Möglichkeit, den Mais zur Trocknung in das Lagerhaus zu liefern.
  • Die Lagerhäuser in Oberösterreich schließen mit ihren Landwirten Nassmaisverträge zur Lieferung zum RWA-Großtrockner in Aschach ab.
  • Für Niederösterreich steht der Trockner im Hafen Krems zur Verfügung und für
  • die Steiermark die Trocknungsanlage in Lannach.
Bei allen 3 Anlagen ist eine Anlieferung mit eigenen Fahrzeugen möglich. Vermarktet werden kann über das Poolsystem oder zum Fixpreis. In Aschach gibt es zusätzlich Verträge mit Preisfixierung an der Euronext Paris.

Poolsystem am Beliebtesten

Die beliebteste Form der Abrechnung bei einer Anlieferung zur Trocknung ist das RWA-Poolsystem. Dabei erhält der Landwirt eine Anzahlung zur Ernte und je nach Vermarktungserfolg eine Nachzahlung am Ende der Vermarktungssaison.

Wachsmais mit Aufschlägen

Auch für Wachsmais bieten einige Lagerhäuser Anbauverträge an. Pflanzenbauliche Besonderheiten, Dokumentationsaufwand und Kontrollen werden mit einem Aufschlag auf den normalen Gelbmaispreis honoriert.

Nähere Informationen zu allen Vermarktungsformen erhalten Sie in Ihrem Lagerhaus.

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Autor:
DI Stefan Binder, RWA