Neu: Baumwollkapselwurm-Monitoring auf warndienst.lko.at

Entwicklung des Falters beobachten, um rechtzeitig Maßnahmen setzen zu können.

Wien, 13. Juni 2017 (aiz.info). - Damit die heimischen Landwirte dem Baumwollkapselwurm (Heliocoverpa armigera) rechtzeitig entgegenwirken können, hat die Landwirtschaftskammer, zusammen mit der AGES, ein Monitoring eingerichtet. Mittels Pheromonfallen werden das Auftreten des Falters sowie seine Entwicklung an bevorzugten Wirtspflanzen bundesweit beobachtet und auf einer Karte online dargestellt. Diese ist ab sofort auf warndienst.lko.at abrufbar. Eine frühe Erkennung und die gezielte Behandlung können diesen Schädling an der Ausbreitung hindern und die Mais, Gemüsekulturen sowie Zierpflanzen vor Schaden bewahren.

Es besteht Meldepflicht

Der Nachtfalter stammt aus den Tropen und Subtropen, ist mittlerweile aber ebenso in Österreich aktiv. Die Überwinterung erfolgt als Puppe in den trockenen, nicht zu kalten Randlagen der Pannonischen Tiefebene. Die Falter sind hauptsächlich dämmerungsaktiv. Besonders in heißen Jahren kann es zu einem Massenauftreten des Falters kommen. Dann können sich zwei bis drei Generationen bilden. Ein Weibchen kann an ihrer Wirtspflanze in Blüten- oder Fruchtnähe bis zu 1.000 Eier ablegen. Die Larven fressen bevorzugt die heranreifenden Samen in Blüten und Früchten. Hohe Qualitäts- und Quantitätsminderungen sind die Folgen. Besonders gefährdet sind Mais und Gemüsekulturen.

Der Baumwollkapselwurm ist laut gesetzlicher Regelung ein Quarantäneschädling, bei einem Auftreten gilt die Meldepflicht!

Das Schadbild - auf Fraßgänge achten

Symptome für einen Befall sind Fraßgänge in Gemüsefrüchten sowie auf den Blüten und Samenständen. Die Larven fressen bevorzugt die Blüten, Triebspitzen und Früchte. Die Bohrgänge enthalten den Larvenkot wodurch die Qualität der Früchte gemindert wird. Der Wurm des Falters hat ein sehr großes Wirtspflanzenspektrum. Rund 120 verschiedene Pflanzen kommen für eine Eiablage in Frage. Befallen werden bevorzugt Mais und Gemüse. Die cremefarbenen Eier werden einzeln, aber in kleineren Gruppen abgelegt. Die Larven durchlaufen sechs Stadien.

Bei einem Befall durch den Baumwollkapselwurm können einige Gegenmaßnahmen gesetzt werden: So wird etwa durch die intensive Bodenbearbeitung vor und nach der Kultur der Puppenbestand im Boden verringert. Der Einsatz von Pheromonfallen hilft bei der Erkennung und Bekämpfung. Pflanzen, welche die Symptome des Erregers tragen, oder mit Sicherheit befallen sind, sollten vernichtet werden. Bei einem Befall sind der Einsatz von zugelassenen Insektiziden gegen frei fressende Schmetterlingsraupen sowie biologische Pflanzenschutzmittel wie Bacillus thuringiensis erlaubt.