Kartoffelmarkt: Neuerliche Hitzewelle schränkt Ernte ein

Heimische Erzeugerpreise stabil auf Vorwochenniveau.

Wien, 29. August 2017 (aiz.info). - Der österreichische Speisekartoffelmarkt wird weiterhin von einem knappen Angebot bestimmt. Mit der mittlerweile fünften Hitzewelle in diesem Sommer haben sich die Rodebedingungen erneut etwas verschlechtert, mancherorts mussten die Erntearbeiten auch eingestellt werden. Die verfügbaren Mengen sind entsprechend überschaubar und werden von den Abnehmern stetig nachgefragt. Mit dem prognostizierten Wetterumschwung dürfte das Angebot zwar wieder steigen, Angebotsdruck wird zur Haupternte aber nicht erwartet, da auch bei den Spätsorten die Hektarerträge heuer in vielen Regionen deutlich hinter denen der letzten Jahre zurückliegen. Mit dem Ende der Urlaubssaison und den laufenden Aktionsangeboten im LEH wird mit einer Nachfragebelebung gerechnet.

Am Erzeugerpreisniveau hat sich in Österreich gegenüber der Vorwoche nichts geändert. In Niederösterreich werden für mittelfallende Ware 22 bis 25 Euro/100 kg bezahlt. Übergrößen werden meist mit 20 Euro/100 kg abgegolten. Aus der Steiermark und Oberösterreich wurden unverändert bis zu 25 Euro/100 kg gemeldet.

Mitte August hat die EU-Kommission ihre Ertragsprognose für die europäische Kartoffelernte veröffentlicht. Trotz regionaler Witterungsextreme werden in Summe gut durchschnittliche Erträge erwartet. Insgesamt dürfte der mittlere Ertrag etwa 2% niedriger als im Vorjahr ausfallen. Durch die Ausweitung der Anbauflächen ergibt sich daraus eine erwartete Gesamternte von rund 58,2 Mio. t. Dies wären 1,1 Mio. t mehr als 2016. Der Erntezuwachs erfolgt in erster Linie durch ein Flächenplus in West- und Mitteleuropa. In Deutschland, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien dürften in Summe um 2,6 Mio. t mehr als im Vorjahr geerntet werden, was die Ertragseinbußen im von Hitze geplagten Süd- und Südosteuropa mehr als ausgleichen würde.