NÖM erhöht ab September Biomilchpreis um 1 Cent

Auszahlung für konventionelle Milch bleibt unverändert.

Wien, 2. September 2015 (aiz.info). - Das niederösterreichische Molkereiunternehmen NÖM erhöht aufgrund der positiven Absatzsituation bei Biomilch mit 1. September 2015 erneut den Biomilchzuschlag, und zwar um 1 Cent auf 10,5 Cent netto je kg, berichtet die Milchgenossenschaft Niederösterreich (MGN), welche die Lieferanten der NÖM vertritt. Damit steigt der Auszahlungsbetrag für Biomilch auf 40,50 Cent netto je kg. Der Erzeugerpreis für konventionelle Rohmilch bleibt im September unverändert bei 30 Cent netto beziehungsweise 33,26 Cent brutto (nach Abzug des AMA-Marketingbeitrages).

"Die generelle Entwicklung am Milchmarkt ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Die Produktion in Europa liegt nur knapp über den Vorjahreswerten, trotzdem ist der Druck am Markt enorm. Die Auswirkungen des Russlandembargos sind ebenso spürbar, wie der Nachfragerückgang aus China. Gleichzeitig wurde in Neuseeland in der abgelaufenen Saison die bisher höchste Milchmenge aller Zeiten produziert. All dies zusammen führt zu der derzeit äußerst unbefriedigenden Situation. Ein Halten des derzeitigen konventionellen Milchpreisniveaus ist daher eine enorme Herausforderung. Wir werden aber alles daran setzen, dass uns dies möglich ist", betonen MGN-Obmann Johann Krendl und Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer im jüngsten Lieferantenschreiben.

Umstieg auf Biomilchproduktion überlegen

Eine gänzlich andere Entwicklung zeige der Biomilchmarkt. Seit längerer Zeit sei hier die Nachfrage deutlich höher als das Angebot. Vor allem der deutsche Markt sei von einer starken Nachfrage nach Bioprodukten geprägt. Es sei daher möglich, mit Anfang September den Biomilchzuschlag um 1 Cent zu erhöhen, betont die Geschäftsführung.

Aufgrund der schon länger anhaltenden positiven Biomilchmarkt-Entwicklung sollten die MGN-Mitglieder darüber nachdenken, ob für den einen oder anderen ein Umstieg auf Bioproduktion eine Alternative wäre. Dies gelte vor allem für jene Betriebe, welche bisher am NÖ Ökopunkteprogramm teilgenommen haben. "Ein positiver Mengentransfer innerhalb unserer Genossenschaft von konventioneller Milch zu Biomilch wäre aus Sicht der derzeitigen Vermarktungs- und Wertschöpfungs-möglichkeiten wünschenswert und ideal", wird betont. Im Hinblick auf die Milchsammelkosten sei eine Hinzunahme von neuen Biobetrieben nur in jenen Gebieten möglich, wo jetzt schon Biomilch gesammelt wird.