Oberösterreichs Landwirte klagen über hohen Schädlingsdruck bei Mais

RWA-Generaldirektor Wolf warnte vor den Gefahren der Ausbreitung.

Linz, 6. November 2014 (aiz.info). - Der Maisanbau stellt die Landwirte aktuell vor große Herausforderungen. Nach einem deutlichen Preisrutsch machte den Bauern heuer auch ein hoher Schädlingsdruck zu schaffen. In Oberösterreich, wo die Kultur eine wichtige Grundlage für die Tierzucht darstellt, diskutierten nun Agrarexperten beim Besuch der Lagerhausgenossenschaft Pregarten-Gallneukirchen über mögliche Maßnahmen und Lösungsansätze.

"Die Märkte stehen unter massivem Druck und im Maisanbau hatten wir in Oberösterreich heuer große Probleme mit Schädlingen. Für die Zukunft ist eine wirksame Vorsorge gegen den Maiswurzelbohrer das Gebot der Stunde", stellte Landesrat Max Hiegelsberger zu Beginn des Zusammentreffens fest. Zu diesem Schluss kamen auch der oberösterreichische Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker und RWA-Generaldirektor Reinhard Wolf. "Wir haben beobachtet, dass sich die Fangzahlen des Schädlings innerhalb eines Jahres verzehnfacht haben", so Reisecker, und Wolf ergänzte: "Aus meiner Sicht haben wir heuer in Oberösterreich dieselbe Situation wie in der Steiermark vor drei Jahren. Daher wissen wir, welche Gefahren die Ausbreitung des Maiswurzelbohrers auch für die oberösterreichischen Bauern in Zukunft bedeuten kann." Aus den genannten Gründen, so waren sich alle einig, brauche es dringend Lösungen, um die heimische Versorgung auch in Zukunft zu gewährleisten.

Neben dem Maiswurzelbohrer zeigten sich heuer auch der Drahtwurm und der Maiszünsler besonders stark auf den Feldern der oberösterreichischen Landwirte. Der Drahtwurm trat insbesondere auf den Äckern von Milchviehbetrieben auf, die im Rahmen der Fruchtfolge Klee angebaut haben, erläuterte Ludwig Hubauer, stellvertretender RWA-Aufsichtsratspräsident. Als Gegenmaßnahme empfiehlt er, die Maisstrunken zu häckseln und auf ein sauberes Feld zu achten. Der Trend zur minimalen Bodenbearbeitung komme dem Maiszünsler entgegen.

Hinsichtlich künftiger Maissorten sieht die RWA in Oberösterreich weiterhin eine klare Tendenz hin zu Zahnmaistypen mit "Dry Down"-Effekt sowie zu frühen Hartmaissorten. Darüber hinaus werde auch die Restpflanzenverdaulichkeit in der Tierhaltung eine immer größere Rolle spielen.