Österreichische Holzindustrie verzeichnete 2016 stabilen Produktionswert

Schnittholzerzeugung stieg auf 9,2 Mio. Kubikmeter.

Wien, 1. Juni 2017 (aiz.info). - Die österreichische Holzindustrie schloss das Jahr 2016 mit einem Produktionswert von 7,44 Mrd. Euro ab, das entspricht in etwa dem Wert des Vorjahres. Der Handelsbilanzüberschuss war leicht rückläufig, er sank um 2,5% auf 1,17 Mrd. Euro. "Diese Stagnation ist der allgemeinen Wirtschaftskonjunktur im abgelaufenen Jahr 2016 geschuldet, die auch vor der Holzindustrie nicht Halt machte. Dennoch sehen wir die Zukunft für den Rohstoff Holz positiv, zumal einzelne Branchen sehr gut reüssierten. Holz liegt im Trend und kommt als Baumaterial auch immer mehr im urbanen Raum zum Einsatz", teilte heute Erich Wiesner, Obmann des Fachverbandes der Holzindustrie Österreichs, bei der Bilanzpressekonferenz mit.

Der Fachverband der Holzindustrie ist die Interessenvertretung und erste Anlaufstelle für vielfältige Serviceleistungen für rund 1.300 Mitglieder etwa 25.000 Beschäftigten. In der Holzindustrie sind die Bereiche Säge, Holzbau, Platte, Möbel und Ski vertreten.

Im Holzbau 2,58 Mrd. Euro erwirtschaftet

Die Bereiche Bau und Möbel innerhalb des Fachverbandes konnten 2016 eine beachtliche Produktionssteigerung verzeichnen. Im Holzbau (inklusive der Fenster-, Türen- und Parkettindustrie sowie dem Gewerbe) wurden 2,58 Mrd. Euro (+8,7%) erwirtschaftet. Die 50 Unternehmen der Möbelindustrie (inklusive Gewerbe) waren ebenfalls gut ausgelastet, ein Produktionswert von 1,99 Mrd. Euro (+8,8%) war das erfreuliche Ergebnis. Davon konnte auch die Plattenindustrie profitieren - diese besteht zwar nur aus einer Handvoll Unternehmen, diese sind allerdings weltweit hoch kompetitiv. Das zeigt die Exportquote von 80%, hier ist die Auftragslage sehr gut.

Aufwärtstrend in der Sägeindustrie

In der Sägeindustrie ist nach Jahren der Reduktion wieder eine Aufwärtstendenz zu spüren. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande 15,3 Mio. fm Sägerundholz eingeschnitten, die Schnittholzproduktion lag bei 9,2 Mio. m3 (+5,3%) und der Produktionswert erhöhte sich um 3,1% auf 2,02 Mrd. Euro. Rund 80% des in Österreich verarbeiteten Holzes laufen über die Sägeindustrie mit ihren 1.044 Betrieben. Die größten acht Betriebe erzeugen rund 50% des österreichischen Nadelschnittholzes. Die Unternehmen gehen inzwischen vermehrt in die Wertschöpfungstiefe und erweiterten ihr Produktportfolio. "Die Auftragslage ist sehr gut, allerdings sind aktuell Investitionen in Kapazitätserweiterungen schwierig. Die Betriebe konzentrieren sich hier vermehrt auf Orte mit einer guten Rohstoffverfügbarkeit", berichtete Wiesner.

Bekenntnis zur Interessenvertretung

Die österreichische Holzindustrie genießt international den Ruf eines Wegbereiters auf dem Gebiet der Ausbildung, der Forschung, der Normung und des Marketings. Diese Bereiche werden aus dem Aktionsbudget des Fachverbandes finanziert, welches sich aus den Grundumlagen aller Mitglieder zusammensetzt. Diese Umlage führte zuletzt aufgrund eines Urteiles des Verfassungsgerichtshofes zu Diskussionen. "Die Mitglieder haben erkannt, dass die Arbeit ihrer Interessenvertretung mit all ihren Projekten wie auch Partnerinstitutionen richtig und unverzichtbar ist sowie mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet werden muss", stellte Herbert Jöbstl, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie und stellvertretender Fachverbands-Obmann, fest. Beispiele dafür seien der Neubau des Holztechnikums Kuchl sowie die hauseigene Marketingorganisation proHolz. Daraus resultierten kräftige Signale für die Verwendung von Holz in allen Lebensbereichen.

Holzmobilisierung forciert

Besonders wichtig für die Branche ist die Bereitstellung des Rohstoffes Holz. "Nur mit kontinuierlichen und planbaren Holzmengen ist die Holzindustrie in der Lage, ihre Führungsrolle weiter auszubauen sowie zum Aushängeschild Österreichs zu werden", erklärte Wiesner. Die Kampagne "Klimafitter Wald" des Landwirtschaftsministeriums gemeinsam mit der Kooperationsplattform Forst Holz Papier greift dieses Thema auf. Die Waldbesitzer sollen in der Bereitschaft, den Forst nachhaltig zu bewirtschaften, unterstützt und die breite Öffentlichkeit zu vermehrter Holzverwendung motiviert werden.

DokIn'Holz kurz vor dem Abschluss

Der Fachverband unterstützt auch Bildungs- und Forschungseinrichtungen, wie das Holztechnikum Kuchl, die Holzforschung Austria wie auch alle mit dem Holzbau befassten Institute. Darüber hinaus werden unter dem Dach der Holzbauplattform zahlreiche Projekte umgesetzt. Die Einrichtung des Holzbaulehrstuhles an der TU Graz wird mit Ressourcen aus dem Fachverband ausgestattet. Ein interdisziplinäres Projekt entlang der Wertschöpfungskette, das nun kurz vor dem Abschluss steht und Mehrwert durch Mehrwissen rund ums Holz schafft ist die Doktorats-Initiative "DokIn'Holz". Bei diesem Forschungsvorhaben kamen sich Grundlagenforschung wie auch Wirtschaft näher und schufen eine wertvolle Datenbasis.