Österreichische Milchquote wurde 2014/15 um 160.310 t überliefert

Zusatzabgabe von insgesamt 44,1 Mio. Euro zu zahlen.

Wien, 3. Juli 2015 (aiz.info). - Die österreichischen Milchbauern haben im letzten Quotenjahr 2014/15 die nationale Anlieferungs-Referenzmenge um 160.310 t überschritten. Daraus resultiert eine Zusatzabgabe von rund 44,1 Mio. Euro, die an die EU abzuführen ist. Dies geht aus den endgültigen Ergebnissen für das Milchjahr 2014/15 hervor, die von der Agrarmarkt Austria (AMA) heute veröffentlicht wurden.

In Summe stand den heimischen Bauern im Milchjahr 2014/15 eine nationale Quote für Lieferungen (A-Quote) in der Höhe von 2,911.517 t zur Verfügung. Tatsächlich wurden jedoch 3,036.833 t an die Molkereien und Käsereien geliefert. Aufgrund des gegenüber dem vorgegebenen Referenzwert höheren Fettgehalts der angelieferten Rohmilch wurde zu dieser Menge ein Zuschlag von 34.994 t verrechnet, woraus sich eine fettkorrigierte Anlieferung von 3,071.827 t ergab. Daraus resultiert eine saldierte Überlieferung von 160.310 t. Multipliziert mit dem auf EU-Ebene festgelegten Zusatzabgabensatz von 27,83 Cent je kg Überlieferung bedeutet dies eine Superabgabe von rund 44,6 Mio. Euro. Abzüglich vorhandener Mittel aus den Vorjahren ergibt sich eine Gesamtsumme von 44,1 Mio. Euro, dieser Betrag wird von den Überlieferern eingehoben.

Zwei unterschiedliche Zusatzabgaben auf Betriebsebene

Die Höhe der Zusatzabgabe für den einzelnen Betrieb richtet sich nach dem Ausmaß der Quotenüberschreitung: Seit dem Milchjahr 2006/07 werden nämlich geringe Überlieferungen nur mit einer Basisabgabe belastet, während für größere Überschreitungen ein Zuschlag zu dieser Abgabe verrechnet wird. Die Ausgangsbasis für dieses System bildet der sogenannte "Zuweisungsprozentsatz". Er sagt aus, welcher Anteil der Überlieferung eines Betriebes (berechnet von der einzelbetrieblichen Anlieferungs-Referenzmenge) durch die Unterlieferungen anderer Bauern ausgeglichen werden kann. Dieser Prozentsatz wird von der AMA auf vier Dezimalstellen berechnet und beträgt für das abgelaufene Quotenjahr 5,7337%.

In der Praxis bedeutet dies, dass für Überschreitungen bis zu 5,7337% der Quote eines Milcherzeugers eine niedrigere Basisabgabe von 9,040 Cent je kg eingehoben wird. Für jene Menge, welche diese Schwelle übersteigt, wird die Überschussabgabe mit Zuschlag verrechnet, das sind 22,599 Cent.

Wenn beispielsweise ein Milchlieferant über eine Quote von 100.000 kg verfügt und seine fettkorrigierte Anlieferung 120.000 kg ausmacht, so bedeutet das eine Überlieferung von 20.000 kg. Jetzt kommt der Zuweisungsprozentsatz zur Anwendung: Für 5,7337% seiner Quote - das sind 5.733,7 kg - zahlt er die Basisabgabe von 9,040 Cent je kg, das sind insgesamt 518,35 Euro. Für die restlichen 14.266 kg seiner Überlieferung hat er eine Überschussabgabe mit Zuschlag von 22,599 Cent je kg zu entrichten, was einen Betrag von 3.223,97 Euro ergibt. In Summe resultiert daraus für diesen Betrieb eine Zusatzabgabe von 3.742,32 Euro.

Von 32.664 Milchbauern haben 18.475 überliefert

Laut Angaben der AMA haben die heimischen Molkereien im Quotenjahr 2014/15 von insgesamt 32.664 bäuerlichen Betrieben Milch übernommen. Davon waren 18.475 Überlieferer und 13.694 Unterlieferer; weitere 495 Milchbauern haben ihre Quote exakt eingehalten. Die Überschreitungen machten insgesamt 251.176 t aus, dieser Menge standen Unterschreitungen im Ausmaß von 83.584 t gegenüber. Die Differenz aus diesen beiden Zahlen ergibt (nach Abzug der so genannten nationalen Reserve) die saldierte Überlieferung von 160.310 t. Von dieser Menge sind 22% auf die Fettkorrektur zurückzuführen.

Auf jene 6.560 Überlieferer, die ihre A-Quote nur geringfügig überschritten haben, entfällt mit der Basisabgabe eine Zahlungspflicht von 1,78 Mio. Euro. Gleichzeitig haben 11.915 Milchlieferanten ihre Referenzmenge stärker (um mehr als 5,7337%) übertroffen; sie müssen zusätzlich zur Basisabgabe noch einen Zuschlag zahlen und für einen Betrag von 42,34 Mio. Euro - also für den Löwenanteil - aufkommen. Die Zusatzabgabe muss heuer letztmalig an den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) in Brüssel abgeführt werden, weil das Quotensystem bekanntlich mit 1. April 2015 abgeschafft wurde.