Österreichischer Erzeugermilchpreis im Mai leicht gestiegen

Berglandmilch hebt Auszahlung im Juli weiter an.

Wien, 3. Juli 2017 (aiz.info). - Der durchschnittliche Erzeugerpreis für Kuhmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß lag im Mai 2017 in Österreich bei 35,08 Cent netto/kg beziehungsweise 39,64 Cent brutto. Das entspricht gegenüber dem Vormonat einer leichten Steigerung um 0,18 Cent netto/kg. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich eine Preissteigerung von rund 16%. Nach wie vor liegt der österreichische Preis über dem durchschnittlichen europäischen Niveau, dies geht aus der jüngsten Milchpreisstatistik der Agrarmarkt Austria (AMA) hervor. Im Juni 2017 dürfte eine weitere Preissteigerung erfolgt sein, die AMA schätzt den Erzeugermilchpreis für diesen Monat auf durchschnittlich 36,10 Cent/kg.

Der für Mai 2017 von der AMA ermittelte Erzeugerpreis von 35,08 Cent netto/kg bezieht sich bekanntlich auf den Durchschnitt aller Qualitäten. Für konventionelle Milch (mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß, ohne Heumilchzuschlag) zahlten die heimischen Molkereien und Käsereien den bäuerlichen Lieferanten im Schnitt 32,28 Cent netto und damit um 0,07 Cent mehr als im Vormonat. Für Biomilch erhielten die Bauern im Mittel 45,04 Cent netto/kg, was ebenfalls einem Plus von 0,07 Cent entspricht.

Butterpreis in Europa erneut gestiegen

Die Preise für Milch und Milchprodukte in der EU sowie am Weltmarkt werden momentan von dem ansteigenden und sehr hohen Butterpreis dominiert. Nach Daten der EU-Kommission von vergangener Woche ist der Butterpreis in Europa erneut gestiegen. Verglichen mit den Notierungen zwei Wochen zuvor, wurde Butter innerhalb der EU um knapp 2% teurer (USA: +4,1%, Ozeanien: +1,3%). Der Grund dafür dürfte unter anderem in der eher begrenzten Verfügbarkeit des Milchfettes zur Butterherstellung liegen, da in der heißen Jahreszeit vermehrt Frischmilchprodukte nachgefragt und erzeugt werden. Ebenfalls saisonal bedingt weist die Milch zu dieser Zeit einen geringeren Anteil an Inhaltsstoffen auf.

Berglandmilch beschließt Anhebung um 1,6 Cent netto

Die gestiegenen Preise für Milchfett könnten auch hierzulande als Anlass für eine Auszahlungserhöhung seitens der Molkereien genommen werden. Der Vorstand der Berglandmilch hat jedenfalls vergangene Woche beschlossen, ab 1. Juli 2017 den Erzeugerpreis für gentechnikfrei Rohmilch um netto 1,6 Cent/kg (brutto 1,81 Cent) auf netto 35,69 Cent/kg (brutto 40,33 Cent) anzuheben. Für Heumilch zahlt die Molkerei ab Juli netto 41,61 Cent/kg und für Biomilch netto 47,59 Cent.

Milchanlieferung gestiegen

Die milchproduzierenden Betriebe in Österreich lieferten im Mai 2017 laut AMA 291.580 t Rohmilch an heimische Molkereien. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet das eine Steigerung der Liefermenge um 1,6%. Im Mai wird hierzulande der Höhepunkt bei der Milchanlieferung erreicht, ab Juni tendiert die Kurve gemäß dem saisonalen Verlauf wieder nach unten. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die anhaltend hohen Sommertemperaturen zu einem Hitzestress bei den Milchkühen und damit zu einem weiteren Rückgang der nationalen Liefermenge führen werden.