Österreichs Wildhalter diskutieren über Wolf und Luchs

Wild in landwirtschaftlichen Gehegen genauso TBC-gefährdet wie Rind und Rotwild.

Strass, 14. September 2015 (aiz.info). - Aktuelle Entwicklungen standen im Mittelpunkt der jüngsten Tagung des Österreichischen Bundesverbands der Wildhalter, die in Strass im Zillertal stattfand. Mit mehr als 1.600 Betrieben spielt die landwirtschaftliche Wildtierhaltung in Österreich eine wichtige Rolle in der Grünlanderhaltung. Für viele bäuerliche Betriebe ist sie laut Tirols Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger "auch eine Chance der Einkommenslukrierung sowie eine Bereicherung des Angebotes für die Konsumenten".

Veterinärdirektor Josef Kössler informierte die Anwesenden über das TBC-Screening sowie die Bekämpfungsmaßnahmen und verwies darauf, dass Wild in landwirtschaftlichen Gehegen genauso gefährdet ist wie Rind und Rotwild, daher sei es notwendig, zusammenzuarbeiten. Wendelin Juen von der Agrarmarketing Tirol betonte den Stellenwert der Regionalität bei der Vermarktung. Sie müsse neben der Qualität in den Vordergrund gestellt werden.

Ein wesentliches Problem für die Wildtierhalter stellen Beutegreifer dar. In Norddeutschland wurden jüngst 30 Rudel mit durchschnittlich zehn Tieren nachgewiesen, informierte Wolf Fischer von der Landesanstalt in Sachsen-Anhalt. Die Vermehrung gehe sehr schnell, weil der Wolf keinen natürlichen Feind habe und streng geschützt sei. "Wir hatten heuer viele Wolfsangriffe in Gehegen, wo die Wölfe über die Zäune sprangen", erklärte Fischer. Er erläuterte den Teilnehmern, wie Gehege geschützt werden können und dass in Sachsen-Anhalt ein Wolfs-Notfallset nach Angriffen in Gehegen eingesetzt wird.