OÖ: Hopfenbauern freuen sich über ihre bisher größte Erntemenge von 2.000 kg/ha

Spezialkultur erfordert viel marktbedingte Flexibilität

Linz, 2. März 2015 (aiz.info). - Der Regensommer 2014 hat in ganz Österreich ein überdurchschnittliches Pflanzenwachstum begünstigt. Das kam auch den heimischen Hopfenbauern zugute. Sie konnten eine über dem langjährigen Schnitt liegende Ernte von 2.000 kg pro Hektar einbringen, nach gewohnten 1.500 bis 1.800 kg. Hinter dem auch qualitativ sehr guten Ergebnis steckt sehr viel Präzisionsarbeit der Landwirte und ihrer Vermarktungseinrichtung, wie den Berichten von Obmann Josef Reiter und Geschäftsführer Hermann Bayer bei der 64. Generalversammlung der Hopfenbaugenossenschaft (www.hopfenbau.at) zu entnehmen war.

Hopfen als Spezialkultur mit langer Tradition wird auf rund 150 ha Gesamtfläche von weniger als 50 bäuerlichen Familienbetrieben vorwiegend im oberen Mühlviertel sowie einer kleinen Gruppe im Waldviertel mit viel Naturbeobachtung, spezifischer Technik und in sehr guter Zusammenarbeit betreut. Gute Ernten wie die jüngste motivieren auch zum Durchhalten, denn die Langzeitkultur verlangt gleichzeitig viel marktbedingte Flexibilität - von den Sorten bis zur braugerechten Aufbereitung. Aktuell ist nach einem längeren Trend zu aromabetonten Sorten wieder mehr sogenannter Bitterhopfen gefragt; bei 20 und mehr Bestandsjahren eine herausfordernde Investitionsentscheidung. In der Hopfenaufbereitung können Obmann Reiter und Geschäftsführer Bayer, die beide erfahrene Berater sind, auch den erfolgreichen Ausbau der Genossenschaftsanlage in Neufelden vorweisen. Die in Eigeninitiative entwickelte Hopfenverpackung in Mini-Ballots findet auch in größeren Hopfenbauländern Interesse.

Die Genossenschaft selbst steht mit 66% Eigenkapital gefestigt da, wie Friedrich Binder seitens der Revision des Raiffeisenverbandes Oberösterreich bestätigt. Mit bekannten Hopfenbauorganisationen in anderen Ländern werden sehr gute Kontakte gepflegt. So berichtete jetzt Stefan Fuß von der Bayerischen Hopfenforschung Hüll, die im Zentrum der größten deutschen Hopfenbauregion, der Holledau (rund 15.000 ha Hopfenkultur), gelegen ist, über aktuelle Pflanzenschutzfragen sowie neue technische Entwicklungen im Anbau, darunter einer bereits erwerbbaren Sensoreinrichtung, die auch die Hälfte bestimmter Pflanzenschutzmittel erspart und gleichzeitig die Arbeit erleichtert und beschleunigt.