Pflanzenbau: Richtige Maßnahmen nach dem Hochwasser

Die Lagerhäuser beraten, wie man mit betroffenen Kulturen am besten umgeht

Wien, 11. Juni 2013 – Viele agrarische Kulturen, die vom Hochwasser betroffen sind, benötigen nach dem Wasserrückgang die richtige pflanzenbautechnische Behandlung. Mais, Sojabohne, Zuckerrübe, Getreide aber auch die Kartoffel oder Weinpflanzen können durch verschiedene Maßnahmen vor weiterem Schaden bewahrt werden. Die Lagerhaus-Experten wissen, welche Regeln man beachten sollte.

In Österreich sind aufgrund der dramatischen Hochwassersituation mehrere tausend Hektar an Acker- und Grünlandfläche zerstört. Für Flächen, die mehrere Tage unter Wasser standen, kommt jede Hilfe zu spät. Dort, wo das Wasser nur kurzfristig präsent war, ist es jetzt notwendig die richtigen Maßnahmen zum Schutz der Pflanzen zu setzen, um weitere Schäden zu verhindern. Die Lagerhaus-Experten haben die wichtigsten Maßnahmen zusammengefasst.

Richtiges Rezept für Mais, Sojabohne und Zuckerrübe

Bei Mais, Sojabohne und Zuckerrübe ist es nach dem Abzug des Wassers wichtig die schlammigen Böden zu lockern. Bei der Zuckerrübe und Mais stellt die Hacktechnik eine gute Möglichkeit zur Lockerung des Bodens dar. Bei der Sojabohne eignet sich der Einsatz eines Striegels. Durch diese Maßnahme wird ein möglicher Sauerstoffmangel im Wurzelbereich der Pflanze verhindert. Nur so kann die Pflanze weiterhin Nährstoffe über ihre Wurzeln aufnehmen und wachsen.

Krankheitsalarm bei Getreide & Kartoffel

Bei vom Hochwasser betroffenen Getreideflächen wird der Krankheitsdruck, der aufgrund der feuchtwarmen Witterung bereits zuvor hoch war, weiter steigen. Die Bekämpfung der Ährenfusarien erfolgt am besten in der Vollblüte des Getreides mit geeigneten Fungiziden.

Neben Getreide ergibt sich auch bei der Kartoffel eine erhöhte Infektionsgefahr. Diese besteht in Form der Krautfäule, der Stängelphytophtera, bzw. bei höheren Temperaturen des Schimmelpilzes Alternaria. Daher sollten die Felder, sobald diese befahrbar sind, mit systemischen Fungiziden behandelt werden. Sollte sich die Befahrbarkeit der Felder verzögern, empfiehlt sich der Zusatz eines Produktes mit dem Kontaktwirkstoff Fluazinam.

Optimale Produktwahl bei Weinbau & Blattdünger

Die richtige Vorgehensweise ist aber auch im Weinbau und beim Einsatz von Blattdünger wichtig: Im Weinbau bestehen gerade jetzt vor der Blüte Infektionsgefahren insbesondere durch Oidium, Peronospora, Schwarzfäule, aber auch Botrytis. Die Produktwahl ist daher besonders wichtig und muss je nach Befahrbarkeit der Rebanlagen und des sich daraus ergebenden Spritzintervalls erfolgen.

Beim Einsatz von Blattdünger sollten hingegen die eingesetzten Mengen nicht erhöht werden, da dies einen zusätzlichen Stress für die Pflanze bedeutet. Optimaler ist es, wenn die Aufwandmengen gesplittet und zeitversetzt eingesetzt werden. Darüber hinaus ist es ratsam, nun zu Blattdünger zu greifen, der die Pflanze nicht nur mit Nährstoffen versorgt, sondern auch das Wachstum anregt.

Nähere Informationen sowie eine individuelle Beratung, die auf die regionalen Bedürfnisse eingeht, bieten die Lagerhaus-Experten vor Ort. Weitere nützliche Informationen bietet das Ackerbau-Informationsportal http://www.warndienst.at sowie der Weinbau-Prognosedienst www.vitimeteo.at.