Pflanzenschutzmittel-Einkauf: Sicherheit geht vor

Lagerhäuser starten Informationsoffensive zum sicheren Einkauf von Pflanzenschutzmitteln

Wien, 11. Februar 2014 – Seit 1. Jänner 2014 müssen in Österreich verkaufte Pflanzenschutzmittel über eine österreichische Registriernummer verfügen. Etiketten-Hinweise müssen darüber hinaus in deutscher Sprache zur Verfügung stehen. Landwirte müssen Restbestände, die diese Vorgaben nicht erfüllen, im Laufe des Jahres 2014 aufbrauchen, da diese ab 2015 nicht mehr angewendet werden dürfen. Die Lagerhäuser starten nun eine Informationsoffensive für Landwirte zu gesetzlichen Änderungen und anderen wichtigen Aspekten, die im Einkauf von Pflanzenschutzmitteln berücksichtigt werden müssen. Ziel ist es, Umwelt und Anwender vor illegalen oder veralteten Mitteln zu schützen.
Einsatz und Verkauf von Pflanzenschutzmitteln unterliegen in Österreich strengen Regelungen. Pflanzenschutzmittel, die Pflanzen vor schädlichen Organismen schützen, müssen ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor diese auf den Markt gebracht werden dürfen. Darüber hinaus gibt es auch klare Vorgaben für den Ein- und Verkauf. So müssen Pflanzenschutzmittel, die in Österreich verkauft werden, eine aktuell gültige Registrierung haben und dürfen nur an Landwirte oder andere professionelle Verwender abgegeben werden. Seit Anfang des Jahres müssen in Österreich verkaufte Pflanzenschutzmittel weitere Auflagen erfüllen.

Einsatz in Österreich = Registrierung in Österreich

Pflanzenschutzmittel, die in den Regalen zum Verkauf angeboten werden, mussten bislang zwar registriert sein, aber nicht zwangsläufig in Österreich. So war es auch möglich, dass Produkte beispielsweise in Deutschland oder den Niederlanden registriert waren. Seit dem 1. Jänner ist eine ausländische Registriernummer für den Vertrieb in Österreich nicht mehr zugelassen. Pflanzenschutzmittel müssen über eine österreichische Registriernummer und deutschsprachige Etiketten-Hinweise verfügen. Restbestände dürfen von Landwirten nur mehr heuer eingesetzt werden. Für den Verkauf ist zwar der Verkäufer verantwortlich, für die Anwendung jedoch der Landwirt selbst. Daher ist es wichtig, zu wissen, ob das eingesetzte Pflanzenschutzmittel korrekt registriert ist, da bei einer Verletzung der Bestimmungen Sanktionen wie beispielsweise der Entfall von Förderungen drohen. Landwirte sollten sich daher vergewissern, ob ihre Produkte im österreichischen Pflanzenschutzmittelregister eingetragen sind, denn dann liegt auch eine österreichische Registriernummer vor.

Fachkompetenz & Flexibilität sind gefragt

Neben dieser Neuerung, gibt es auch weitere Aspekte, die Landwirte beim Einkauf von Pflanzenschutzmittel berücksichtigen sollten, betont Thomas Karl, RWA-Pflanzenschutzexperte: „Es ist wichtig zu überlegen, wo man Produkte einkauft. Denn zum einen kommt den Landwirten beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln viel Verantwortung zu und zum anderen ist es gerade hier notwendig, dass man sich auf fachlich solide Beratung und flexible Lösungen verlassen kann.“

Daher rät der Experte dazu auch folgende Punkte zu bedenken:
  • Überprüfen Sie ob das Sicherheitsdatenblatt (SDB) des Lieferanten, das wichtige Hinweise zur Handhabung, Transport, etc. gibt, mit den Angaben auf der Produktverpackung übereinstimmt. Achten Sie darauf, ob das Produkt für Ihre Zwecke geeignet ist. Landwirte sind hierzu verpflichtet und müssen das Sicherheitsdatenblatt mindestens 10 Jahre aufbewahren. In den Lagerhäusern erhalten Sie das SDB beim erstmaligen Kauf als Link auf der Rechnung oder als DVD.
  • Beachten Sie, ob der Kauf von Pflanzenschutzmitteln mit versteckten Kosten verbunden ist und hinterfragen Sie insbesondere mögliche Mehrkosten für die Anlieferung der Produkte. Bei einer Selbstabholung der Produkte oder der Zustellung durch externe Lieferanten müssen Sie hingegen darauf achten, dass Sie die Gefahrenguttransport-Regeln einhalten.
  • Prüfen Sie, ob Ihnen beim Einkauf von vermeintlich günstigen Pflanzenschutzprodukten auch notwendige Serviceleistungen rasch und flexibel zur Verfügung stehen. Gutes Service ist beim Bezug wichtig, da die Produkte schnell vorhanden sein müssen, wenn Sie diese brauchen. Gerade wenn eine zeitlich frühe Anwendung notwendig ist, müssen Produkte rechtzeitig vorhanden sein. Wichtig ist darüber hinaus, dass Bestellungen bei Bedarf jederzeit geändert werden können und ggf. eine rasche Nachlieferung kein Problem darstellt, falls ein Produkt ausgeht. Ein weiterer wichtiger Serviceaspekt ist, dass Ihnen ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht, der Sie bei der Anwendung berät und im Fall von Fragen vor Ort für Sie da ist.

Ein Merkblatt für den Einkauf von Pflanzenschutzmitteln steht in den Lagerhäusern und unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: http://www.lagerhaus.at/pflanzenschutzmittel-worauf-sie-achten-sollten+2500+2163554
Das Pflanzenschutzmittelregister steht unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.baes.gv.at/pflanzenschutzmittel/pflanzenschutzmittelregister