Positive Exportbilanz für heimische Milchprodukte in den ersten neun Monaten

Petschar: Milchverarbeiter auch im Ausland mit Qualitätsstrategie erfolgreich.

Wien, 17. Dezember 2015 (aiz.info). - Die weltweit schwierige Situation auf den Milchmärkten nach dem russischen Embargo drückte die Notierungen auf breiter Front nach unten und ergab preisbedingt in den ersten neun Monaten dieses Jahres leicht sinkende Zahlen bei den österreichischen Exporten und Importen von Molkereiprodukten. Konkret standen einem Exportvolumen von 862 Mio. Euro (-3,3%) Importe von 512 Mio. Euro (-7,1%) gegenüber, was wiederum einen erfreulichen Zuwachs beim Außenhandelssaldo auf 349 Mio. Euro (+7,7%) ergab. "Die steigenden Exportmengen unterstreichen die hohe Leistungsfähigkeit der heimischen Milchverarbeiter im Außenhandel", erklärte heute der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), Helmut Petschar, zu den nunmehr vorliegenden Außenhandelszahlen der Statistik Austria.

"Die Qualitätsstrategie der heimischen Milchverarbeiter zeigt auch auf den Exportmärkten Erfolg. Damit kann ein wichtiger Beitrag zur heimischen Wertschöpfung und zur Absicherung der Milcherzeugerpreise für die heimischen Milchbauern nach dem Quotenende geleistet werden", so Petschar.

Trotz der allseits schwierigen Marktlage auf den Milchmärkten konnten die heimischen Molkereien im ersten bis dritten Quartal 2015 den Käseexport von 90.000 auf 101.000 t weiter steigern, während die Importe mengenmäßig konstant blieben. Die Preise gingen sowohl im Export als auch beim Import zurück, allerdings konnten ausfuhrseitig deutlich bessere Erlöse als im Import verzeichnet werden, was laut Petschar die Qualität der heimischen Produkte unter Beweis stellt.

Exportanteil von mehr als 50 % erwartet

Im Export sind neben Käse vor allem Joghurt- und flüssige Milchprodukte die wichtigsten Erzeugnisse. Wichtigste Zielländer sind mit 48% Deutschland, gefolgt von Italien mit 20%, weiters die Niederlande, Slowenien, Australien, Griechenland, Schweden, Ungarn und Spanien. Deutschland und Italien waren auch die stärksten Importländer. Exportiert wurden Waren in insgesamt 99 Länder, importiert wurde aus 45 Staaten.

"Die Exportquote bei Milchprodukten wird im Jahr 2015 voraussichtlich auf über 50% des Gesamtumsatzes steigen. Umso wichtiger sind daher die Wettbewerbsfähigkeit und Qualität der heimischen Molkereiprodukte, aber auch die Unterstützung der Milchverarbeiter durch öffentliche Dienststellen bei veterinärrechtlichen und handelspolitischen Fragestellungen", ergänzte Petschar.