Kraut- und Knollenfäule: warndienst.lko.at bietet Prognosemodell an

Optimaler Behandlungstermin für Kartoffelanbau wird ermittelt.

Wien, 22. Mai 2017 (aiz.info). - Auch dieses Jahr stellen die Landwirtschaftskammern die Prognose für Kraut- und Knollenfäule österreichweit auf warndienst.lko.at zur Verfügung. Sie dient den Landwirten im ökologischen und konventionellen Kartoffelanbau als Entscheidungshilfe, um die Qualität und Erträge der Erdäpfel zu sichern sowie den Pflanzenschutzmitteleinsatz bestmöglich zu minimieren.
Der Erreger der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) zählt nach wie vor zu den intensiv bekämpften Schadorganismen im Erdäpfelanbau. Der Primärbefall geht meist von Abfallhaufen, Durchwuchskartoffeln oder latent infiziertem Pflanzgut aus. Günstige Witterungsbedingungen haben häufig einen epidemischen Verlauf der Krankheit zur Folge, mit dem hohe Ertragseinbußen einhergehen können. Hat sich der Pilz bereits im Bestand etabliert, ist eine Bekämpfung nur noch schwer möglich.
Der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns spielt daher eine entscheidende Rolle. Insbesondere im ökologischen Anbau gilt es, den Erstbefall hinauszuzögern, da ausschließlich protektiv gegen den Erreger vorgegangen werden kann. Gleichzeitig sollte ein zu früher Behandlungsbeginn aus ökonomischen und ökologischen Gründen vermieden werden.

Ziel: Den richtigen Behandlungstermin finden

Auf www.warndienst.lko.at wird mittels validierten Prognosemodellen (SIMPHYT3 sowie Öko-SIMPHYT) der optimale Behandlungszeitpunkt für die erste Applikation sowie der Behandlungsabstand zu Folgespritzungen der Phytophthora-Bekämpfung in Abhängigkeit vom witterungsbedingten Infektionsdruck ermittelt.

Kupfermenge und -anwendungen optimieren mit Öko-SIMPHYT

Mit Hilfe von Öko-SIMPHYT wird die Bekämpfungsstrategie gegen Kraut- und Knollenfäule mit kupferhaltigen Präparaten optimiert. Zusätzlich zum Spritzabstand empfiehlt das Modell eine jeweils angepasste Aufwandmenge Kupfer. Sie verändert sich in Abhängigkeit vom Infektionsdruck und soll am Tag der Behandlung aus dem Modell abgelesen werden. Die Minimierung der Anwendungen und der Menge kupferhaltiger Fungizide steht dabei im Vordergrund.