Auf Silagequalität achten

Bei der Silagequalität gibt es große Unterschiede zwischen verschiedenen Betrieben. Beachtet man einige Regeln und nutzt die richtige Folie, ist eine gute Silage keine Hexerei.

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Die Einhaltung einiger Grundregeln und die Wahl der richtigen Folie sorgen für gute Silagequalität © RWA

Dünger früh auszubringen regt Wachstum an

Bringen Sie ihren Wirtschaftsdünger und auch den oft erforderlichen Phosphordünger bzw. Kalkdünger aus, sobald die Flächen einigermaßen befahrbar sind. Das Pflanzenwachstum wird früh angeregt und dadurch ein Wachstumsvorsprung erreicht. Schleppen Sie Ihre Flächen, sobald der Wirtschaftsdünger trocken ist, zügig ab, damit er gut verteilt einwächst. Bei Problemunkräutern und Ampfer ist auch oft eine Nachsaat unumgänglich. Diese sollte aber erst durchgeführt werden, wenn die Bodentemperatur 10° C beträgt, damit die neue Saat zügig anwachsen kann. Auch die chemische Unkrautbekämpfung sollte vor der Nachsaat durchgeführt werden. Für einen hohen Nährstoffgehalt im Futter ist ein optimal zusammengesetzter Pflanzenbestand aus Gräsern, Klee und hochwertigen Kräutern die Voraussetzung. Eine dichte, geschlossene Grasnarbe ist für eine problemlose Befahrbarkeit und möglichst geringe Futterverschmutzung besonders wichtig.

Futter soll nach 24 Stunden im Silo sein

Bei der Ernte selbst ist wichtig, nur möglichst abgetrocknete Bestände in optimaler Schnitthöhe (6–7 cm) zu mähen. Wenn kein Aufbereiter eingesetzt wird, sollte das Futter so schnell wie möglich gezettet werden, um eine schnelle, gleichmäßige Abtrocknung zu erreichen. Ziel muss sein, das Futter nach 24 Stunden im Silo zu haben. Bei hohen Temperaturen und auch bei stärkerem Wind ist auf zeitgerechtes Schwaden zu achten, damit das Futter nicht zu stark anwelkt und damit nicht mehr ausreichend verdichtet werden kann. Gleichmäßige Schwaden sind für die folgende Erntetechnik, egal ob Presse, Ladewagen oder Feldhäcksler, sehr wichtig. Zusammengedrehte, ungleichmäßige Schwade verschlechtern die Schnittqualität und verzögern die Ernte, weil die Maschinen nicht im Optimalbereich gefahren werden können.

Silo rasch abdecken, Ballen schnell wickeln

Bei der Silageerzeugung ist eine Verdichtung von mindestens 200 kg TM/m³ erforderlich, um die Restluft aus dem Futter zu verdrängen. Diese Werte können mit den heute üblichen Pressen und auch im Fahrsilo bei entsprechender Arbeitsweise ohne größere Probleme erreicht werden. Sobald das Silo gefüllt bzw. der Ballen gepresst ist, ist eine rasche Abdeckung bzw. Wicklung erforderlich, da die Gärung speziell bei hohen Temperaturen sehr rasch einsetzt und Luft sehr schlecht für die erwünschte Milchsäuregärung ist. Ein möglichst schneller Abfall des pH-Wertes auf unter 5 ist wichtig für eine stabile Gärung und Stabilität der Silage bei der Lagerung. Ideal bei Ballen sind Kombimaschinen, da die Ballen sofort gewickelt werden. Sonst maximales Zeitfenster von 2 Stunden planen, um größere Verluste zu vermeiden. Beim Wickeln ist besonders auf Vorstreckung und Qualität der Folie zu achten. Eine Vorstreckung von 70 % sollte heute selbstverständlich sein. In Ausnahmefällen, bei sehr hohen Temperaturen, kann auf bis zu 55 % reduziert werden, um Überdehnungen der Folie zu verhindern. Eine hohe UV-Stabilität und Gasdichte sind nicht bei allen Herstellern selbstverständlich, für eine optimale Gärqualität aber unerlässlich.

Große Unterschiede bei Billig- und Premiumfolien

Qualitätsunterschiede bei Stretchfolien sind mit freiem Auge kaum erkennbar, denn ihre Herstellung ist ein hochtechnisierter Vorgang, bei dem die eingesetzten Rohstoffe entscheidend sind. Bei der Rohstoffauswahl und der Herstellungsart (Cast- oder Blasfolie) unterscheiden sich Billigfolien und Premiumfolien ganz erheblich. Da die klimatischen Bedingungen in Österreich so unterschiedlich wie in kaum einem anderen Land sind (wir wickeln bei Temperaturen von 10 bis weit über 40° C, wenn am Nachmittag in praller Sonne gewickelt wird), ist es nicht egal, wie die Stretchfolie hergestellt wird. Eine Castfolie kommt hier bald an ihre Grenzen. Bei Blasfolien gibt es mittlerweile 3-, 5- und auch 7-lagige Folien, entscheidend sind aber auch hier die eingesetzten Rohstoffe. Es gibt sehr gute 3-lagige, aber auch nur mittelmäßige 5-lagige Folien am Markt. 7-lagige Folien sind eher neu und können nur mit neuen, teuren Fertigungsmaschinen hergestellt werden. Eine hochwertige Folie besteht aus einer weichen Rohstoffmischung, die zwar etwas teurer ist, dafür aber bei der Wicklung kleine Fehler verzeiht. Härtere Folien sind zwar günstiger, sind aber in der Anwendung wenig tolerant bei auftretenden Problemen (Temperaturschwankungen, Kleberreste am Vorstrecker, schlechte Ballenform, harte Stängel beim Futter, etc.).

Vorgedehnte Folien bei guten Bedingungen nutzen

Seit einigen Jahren gibt es auch vorgedehnte Folien am Markt. Diese sind deutlich dünner (19 - 21 µ) als die heute als Standard verwendete 25-µ-Folie. Die vorgedehnte Folie hat Vorteile bei guten Bedingungen und vor allem bei der Entsorgung nach dem Füttern, weil einfach deutlich weniger Folie pro Ballen verwickelt wird (bis 33 % weniger bei 6-lagiger Wicklung). Bei schwierigen Bedingungen (Luzerne, etc.) oder öfteren Ballenhandling ist der Standardfolie der Vorzug zu geben, da Sie einfach stabiler ist. Eine Reinigung des Vorstreckers von Kleberresten und eine Überprüfung der Vorstreckung sollten selbstverständlich sein. Wichtig ist eine scharfe Abschneide – und eine gut gewartete Folienhaltevorrichtung, um Probleme beim Wickelstart zu vermeiden. Sauber geschnittene Enden haften besser am Ballen. Nach dem Wickeln sollten die Ballen zügig an ihren Lagerplatz transportiert werden, damit die einsetzende Gärung nicht durch Folienbeschädigung durch Tiere oder Transportgeräte behindert wird. Folienverletzungen müssen unverzüglich mit temperaturbeständigem Klebeband verschlossen werden. Sollen Ballen gestapelt werden, ist es sinnvoll, bereits beim Pressen eine Extralage Netz zu binden, da die Ballen speziell bei geringem Trockensubstanzgehalt stabiler werden. Es sollten maximal 3 Ballen übereinander gestapelt werden, da sonst der Druck auf die unteren Ballen zu groß wird. Das Ballenlager sollte gegen Weide- und Wildtiere eingezäunt und gegen Vögel und Katzen mit Netzen oder Siloschutzgittern geschützt werden. Legen Sie das Ballenlager an einem übersichtlichen Platz an, um Kontrollen ohne großen Aufwand durchführen zu können. Vor allem Maisballen sind häufiger zu kontrollieren, da sie ein Anziehungspunkt für Mäuse und Krähen sind.

Schäden oft viel teurer als Ersparnis beim Kauf

Der Preis allein sagt oft wenig über die Qualität der Folie aus. Auf den Ballen gerechnet beträgt der Unterschied zwischen billig und premium oft nur wenige Cent. Die Probleme, die bei schlechter Folienqualität entstehen können, sind wesentlich gravierender als der vorhergehende Einkaufsvorteil. Sie können auch nachträglich nichts mehr reparieren, wenn Ihr Futter verschimmelt ist, weil die UV-Stabilität oder Gasdichte nicht gegeben war.

 

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Autor:
Johann Kallinger, Lagerhaus Grimmenstein