Stickstoff-Düngung beim Raps abschließen!

Die meisten Winterrapsbestände befinden sich derzeit (Stand: 23. März 2017) je nach Region in etwa bei BBCH 30 bis 32 (Längenwachstum/Schossen) und werden zeitnah BBCH 50 (Beginn der Knospenbildung) erreichen.

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Die Entwicklung des Winterrapses ist bislang rasch und zufriedenstellend vorangeschritten. Man kann also davon ausgehen, dass nun der optimale Termin für die Stickstoff-Abschlussdüngung gegeben ist. Eine vorgezogene und somit verfrühte N-Abschlussdüngung ist nur dann empfehlenswert, wenn sich der Vegetationskegel bereits deutlich streckt oder wenn die Andüngung zu Vegetationsbeginn eher verhalten ausgefallen ist. Wurde jedoch eine hohe Andüngung von 70 oder 80 kg N/ha oder mehr zu Vegetationsbeginn appliziert und darüber hinaus vielleicht auch eine Herbstdüngung durchgeführt, so ist eher die Wahl des späteren Termins für die Abschlussdüngung empfehlenswert. In jedem Fall sollte die 2. Gabe bis Anfang April abgeschlossen sein.

Generell führt ein Überangebot an Stickstoff oder ein zeitlich ungünstig gewählter N-Applikationstermin dazu, dass die Bestände zu krautig und mastig werden, was letztlich zu Lasten der Schotenausbildung geht und somit kontraproduktiv ist. Eine Unterversorgung von Stickstoff führt hingegen zu einer Reduzierung der Schoten, die Ausbildung der Knospen- und Samenanlagen werden gehemmt, was schließlich wiederum den Kornertrag deutlich senkt. Mit einer gut „getimten“ und mengentechnisch sinnvoll abgestimmten zweiten N-Gabe wird hingegen das Längenwachstum der Seitentriebe gefördert und es wird darüber hinaus die optimale Grundlage für die künftige Blüten- und Fruchtausbildung gelegt. Ab der Streckung bis zur Blüte nimmt Raps etwa 75 % des Gesamt-Stickstoffs auf. Das bedeutet eine tägliche N-Aufnahme von 3,5 bis 4 kg N/ha! Die gesamte N-Menge, die dem Raps appliziert wird, richtet sich letztlich nach dem angestrebten Ertragsziel.
 
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Spätestens bei der 2. Gabe muss auch die Schwefelversorgung sichergestellt werden. Die Gesamtempfehlung dafür liegt bei etwa 50 – 60 kg/ha. Schwefel (S) dient in erster Linie dem Aufbau von Eiweiß. Ein Mangel an diesem Nährstoff führt zu einer Reduktion des Öl- und Kornertrags, geht zu Lasten des Eiweißgehaltes und führt darüber hinaus zu einer schlechten Stickstoffaufnahme und -ausnutzung.

Nur sulfatischer und voll wasserlöslicher Schwefel wird in den gängigen N+S Düngern, NPK-Düngern oder beispielsweise Kieserit angeboten. Achten Sie darauf, dass verschiedene Anbieter den Schwefelgehalt als SO3 (Schwefeltrioxid) deklarieren. In solchen Fällen ist der Wert SO3 mit dem Faktor 0,4 zu multiplizieren um letztlich wieder auf Schwefel S in Elementarform zu kommen (Beispiel 10 % SO3 entsprechen somit 4 % S). Im Artikel „Deklaration von Schwefel in Düngemitteln“ informieren wir Sie worauf Sie beim Düngerkauf achten sollten.

Von Schwefel in Elementarform ist abzuraten. Der Elementarschwefel entfaltet sein Wirkungsspektrum erst zeitverzögert und somit besteht die Gefahr eines zwischenzeitlich nicht unerheblichen Zeitfensters verbunden mit einer möglichen S-Unterversorgung.
 

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Autor:
Kirchmayr Peter, RWA, Abt. Düngemittel