Schadnager? Nein danke.

Ein alter Spruch sagt: "Sieht man eine Ratte, so sind es 50". Daher muss auf Anzeichen wie Rattenkot oder Mäusekot, Nagespuren oder Laufspuren geachtet werden.

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Eine effiziente Bekämpfung von Schadnagern ist möglich © Agravis
Eine Maßnahme, die auf vielen Betrieben gerne in den Hintergrund gerät, ist die Schadnagerbekämpfung. Da gerade im Herbst eine vermehrte Zuwanderung von Schadnagern zu und in Stall- und Lagerräume erfolgt, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Bekämpfungsmaßnahmen am Betrieb zu überdenken.

Mäuse und Ratten sind Kranksheitsüberträger

Mäuse und Ratten verursachen nicht nur Schäden an Vorräten und Materialien, sie können auch Erreger von Maulseuche und Klauenseuche, Brucellose, Dysenterie, Leptospiren u.a. übertragen. Ziel ist es, die Besiedelung durch Schadnager zu verhindern, da das Vertreiben bereits angesiedelter Tiere mit einfachen Mitteln kaum möglich ist. Daher muss auf Anzeichen wie Ratten- oder Mäusekot, Nage- oder Laufspuren geachtet werden.

Hygienemaßnahmen verbessern

Mit dem Auslegen von Gift alleine ist es nicht getan. Zuerst müssen die Hygienemaßnahmen verbessert werden.
  • Ausgefressene Holztüren mit Blech verschlagen.
  • Löcher und Risse zubetonieren (beimengen von Glasscherben!).
  • Öffnungen im Kellerbereich mit kräftigem Drahtgitter verschließen.
  • Futterreste in Winkeln entfernen.
  • Abfälle möglichst geschlossen lagern
  • Türen nicht unnötig offen lassen

Tipps zu Vorbeuge und Bekämpfung

Hausmäuse sind sehr territorial und haben oft nur einige Meter Aktionsradius. Ein Faktor, der bei der Beköderung dieser Tiere beachtet werden muss. Im Gegensatz zur „neugierigen“ Maus sind Ratten extrem vorsichtig. Sie haben einen sehr hoch entwickelten Geruchs- und Geschmackssinn, worauf beim Einrichten (Handschuhe tragen!) der Köderstellen Rücksicht genommen werden muss.

Wirkstoff ist nicht gleich Wirkstoff

Die Empfindlichkeit von Schadnagern gegenüber den für ihre Bekämpfung überwiegend eingesetzten Blutgerinnungshemmern (Antikoagulantien) ist regional verschieden. Bleibt der Köderfraß trotz ausreichender Köderstellen weitgehend konstant, sollte auf jeden Fall ein Wirkstoff der zweiten Generation, wie Brodifacoum oder Difethialone, eingesetzt werden. Man unterscheidet folgende Arten von Ködern:

  • Haferflockenköder (z.B.: Desintec® BrodEx): sehr attraktiv für Mäuse und Ratten; Anwendung im Innenbereich
  • Pasten (z.B.: Desintec® RodEx Pastenköder, Bonirat Pasta, Storm Paste): sehr attraktiv für Ratten und Mäuse wegen ihres hohen Nährwertes. Pastenköder lassen sich einfach befestigen, um Verschleppung zu vermeiden. Diese Köder sind aufgrund ihrer Beständigkeit gegen Luftfeuchte gut im Außenbereich zu verwenden.
  • Wachsblöcke (z.B. Bonitop Waxblock oder Storm Happen) sind zwar sehr nässebeständig, doch werden diese nur von Wanderraten gerne angenommen.
  • Pelletsformulierung (z.B. Storm Pellets) sollten wegen der hohen Verschleppungsgefahr nur in Köderstationen angewendet werden.

Fazit: Immer ausreichend attraktive Köder anbieten

Zur Schadnagerbekämpfung müssen immer attraktive Köder eingesetzt werden. Köder so lange nachlegen, bis keine Entnahme mehr stattfindet.

  • Mäuse sind neugierig und „naschen“. Sie sollten daher mit sehr vielen Köderstellen und kleinen Ködermengen bekämpft werden.
  • Eine ausgewachsene Ratte frisst bis zu 50 g Futter (Köder)/Tag. Bei 30 Tieren werden daher 1,5 kg Köder pro Tag benötigt.

Fragen Sie Ihren Fachberater

Um die Köder zugriffsgeschützt ausbringen zu können, bietet Ihr Lagerhaus verschiedene Arten von verschließbaren Köderboxen an. Biozide sicher verwenden.

 

Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformationen lesen.

Autor:
Dr. med. vet. Regina Zodtl, Desintec®-Profihygiene