Regionale Getreideversorgung sichern mit Anbauverträgen

OÖ Landesrat Max Hiegelsberger und Präsident der OÖ Landwirtschaftskammer Franz Reisecker zu Besuch im Lagerhaus OÖ Mitte

Pasching, 5. Juli 2012 – Für die Versorgung Oberösterreichs mit Brotgetreide aus der Region stellt der Vertragsanbau ein wichtiges Element dar. Zu diesem Schluss kamen gestern die Teilnehmer der bereits zur Tradition gewordenen Getreidefahrt der RWA Raiffeisen Ware Austria AG. Die RWA- und Lagerhausspitze empfing Landesrat Max Hiegelsberger und den OÖ Landwirtschaftskammer Präsidenten Franz Reisecker am Lagerhaus-Standort Hörsching. Dabei wurde Abwicklung und Nutzen des Anbauvertrags diskutiert. Dieser bietet Landwirten sowie Getreidekäufern einen gesicherten Absatz bei einem fairen Preisableitungssystem und den Konsumenten nachvollziehbar Produkte aus der Region.
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Anbauvertrag  
Im Rahmen der alljährlichen Getreidefahrt kamen gestern Vertreter von RWA und Lagerhaus mit Landesrat Max Hiegelsberger und LWK OÖ-Präsident Franz Reisecker zum Gedankenaustausch zusammen. Begrüßt wurden diese von RWA-Aufsichtsratsvorsitzender Stv. Josef Raffelsberger und dessen designierten Nachfolger, Ludwig Hubauer, die RWA-Vorstandsdirektor Reinhard Wolf vertraten.

Im Rahmen der Getreidefahrt wurde die Rolle der Anbauverträge für die Sicherung der regionalen Getreideversorgung im Lebensmittelbereich diskutiert. So werden auf den oberösterreichischen Getreideflächen vor allem Mais und Weizen angebaut, die zum größten Teil als Futtergetreide eingesetzt werden. Grund hierfür ist, dass diese beiden Getreidearten in Oberösterreich die besten Erträge liefern und die Tierproduktion großen Bedarf an Futtergetreide hat. Gleichzeitig wird heute der Bedarf nach regionalem Qualitätsweizen für die Lebensmittelproduktion immer größer. Der erhöhte Bedarf entsteht, da Konsumenten und Produzenten bei Lebensmitteln verstärkt auf das Regionalitäts-Prinzip setzen. Das bedeutet, dass die Semmel nicht nur beim Bäcker aus der Region gekauft wird, sondern auch die Zutaten aus der Region stammen sollten.

Ein wichtiges Element, um die regionalen Bedürfnisse nach Qualitätsweizen aus der Region erfüllen zu können, sind die Anbauverträge des Lagerhaus bzw. der RWA als das Großhandelsunternehmen der Lagerhäuser. Dabei prüft die RWA den Bedarf und die Lagerhäuser schließen diesem entsprechend Anbauverträge mit Landwirten aus der Region ab. Dadurch können sich Lebensmittelproduzenten bzw. Mühlen darauf verlassen, dass sie die notwendige Menge Weizen in der entsprechenden Qualität geliefert bekommen. Ebenso profitiert der Landwirt, der auf Sicherheit Wert legt. Denn der Bauer weiß bereits vor der Aussaat, dass er einen gesicherten Absatz bei einem fairen Preisableitungssystem hat. Darüber hinaus stellen die Lagerhäuser unter der Eigenmarke „DIE SAAT“ spezielle Sorten zur Verfügung, die für die oberösterreichische Klimazone bestens geeignet sind.

RWA-Aufsichtsratsvorsitzender Stv. Josef Raffelsberger strich bei dieser Gelegenheit die wichtige Rolle der Lagerhäuser für die Region heraus: „Die oberösterreichischen Lagerhäuser erbringen bei Getreide und Mais eine gute Vermarktungsleistung. Ebenso wichtig ist, dass diese den Bauern als verlässlicher und stabiler Partner jederzeit zur Seite stehen.“ Ein gutes partnerschaftliches Verhältnis besteht zudem zu den regionalen Getreideverarbeitern. RWA und Lagerhaus verbindet mit den wichtigsten oberösterreichischen Mühlen seit Jahrzehnten eine exzellente Zusammenarbeit. Stellvertretend für oberösterreichische Mühlen, mit denen die Lagerhäuser bzw. die RWA Produktionsverträge mit Landwirten abschließt, nahm Markus Haberfellner, Geschäftsführer der Haberfellner Mühle GmbH Grieskirchen, an der Getreidefahrt teil.

Agrar-Landesrat Hiegelsberger: Vertragsanbau als Qualitätsgarant

„Der Vertragsanbau ist der Qualitätsgarant für die heimischen Lebensmittelhändler und ist bei einigen Produkten mittlerweile unabdingbar geworden. Zudem ist er ist ein Baustein dafür, dass die österreichische Landwirtschaft ihre Einzigartigkeit weiter forcieren kann", streicht auch Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger die Vorteile moderner Vermarktungsformen hervor. "Die RWA ist mit den Lagerhäusern dabei der regionale Partner für die Landwirte in Oberösterreich. So sichert Produktmarketing landwirtschaftliche Einkommen und nachhaltige Wertschöpfung in den heimischen Regionen.“

OÖ LWK-Präsident Reisecker: Landwirt als Produzent ist gefragt

„Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass die oberösterreichische Getreideproduktion immer mehr Fuß fasst in der Versorgung unserer heimischen Mühlenbetriebe. Eine unserer Stärken ist, dass wir relativ kontinuierlich stabile Erträge erzielen. Das mag mit klimatischen Vorteilen unseres Bundeslandes zusammenhängen – spricht aber ganz klar auch für das hohe Niveau der oberösterreichischen Getreidebauern. Generell gilt: der Landwirt als Produzent ist wieder sehr gefragt, denn der Bedarf nach Getreide, Mais und Ölsaaten steigt. Wir nehmen diesen Auftrag gerne an, denn es ist das ureigenste Interesse der Bauern zu produzieren“, so OÖ LWK-Präsident Franz Reisecker im Rahmen der Getreidefahrt.