Reisecker für Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln

Vorteile für Konsumenten, Landwirte und Handel.

Linz, 21. April 2016 (aiz.info). - Für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln spricht sich Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, aus und fühlt sich in seiner langjährigen Forderung durch einen entsprechenden Vorschlag des Umweltausschusses im EU-Parlament bestätigt. "Konsumenten möchten über die Herkunft ihrer Nahrungsmittel Bescheid wissen. Auch bei den immer wichtiger werdenden verarbeiteten Produkten muss die Herkunft der Rohware auf der Verpackung angeführt sein. Der Antrag des Umweltausschusses, der in den kommenden Wochen vom Plenum des EU-Parlaments beschlossen werden wird, fordert die Europäische Kommission unmissverständlich auf, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zu erarbeiten", betonte Reisecker. Für unverarbeitete Lebensmittel sind Herkunftskennzeichnungen in der EU bereits Standard.

Die in Österreich über die europaweiten Standards hinausgehende Gesetzgebung entspreche dem Wunsch der Bevölkerung nach artgerechter Tierhaltung und umweltfreundlicher Bodenbewirtschaftung. Die daraus resultierende hohe Qualität der Nahrungsmittel werde von den Verbrauchern im In- und Ausland hochgeschätzt und auch durch höhere Preise gewürdigt. "Diese wertvolle Verbindung zwischen Konsumenten und Produzenten bei heimischen Lebensmitteln gehört weiter gestärkt", appellierte Reisecker, der bei verarbeiteten Produkten, die unter anderem zu einem substanziellen Anteil aus Fleisch, Milchprodukten oder Eiern bestehen, auf mehr Transparenz beharrt.

EU-weite Regelung ist in Reichweite

Innerhalb der europäischen Mitgliedstaaten gebe es bisher keine einheitliche Meinungsbildung zu diesem wichtigen Thema. Während Frankreich die Kennzeichnung der Rohware bei mindestens 50%igem Fleisch- und Milchanteil einführe, betrachteten spanische Vermarktungsverbände dies als eine Verletzung des Binnenmarkt-Prinzips. Die Abstimmung im Umweltausschuss des EU-Parlaments, die vor kurzem stattfand, habe aber mit 44 pro- zu 18 contra-Stimmen ein klares Ergebnis für die verpflichtende Herkunftsbezeichnung auch bei verarbeiteten Lebensmitteln gebracht, erläuterte Reisecker. Nach der Bestätigung des Antrags im EU-Plenum im April oder Mai sei dann die Europäische Kommission am Zug, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag für den gesamten EU-Raum zu erarbeiten.

Vor dem Hintergrund eines wachsenden Marktes für halbfertige und fertige Produkte betont der LK-Präsident seit Jahren die Vorteile einer verpflichtenden Regelung: "Die Herkunftskennzeichnung der Rohware in verarbeiteten Lebensmitteln ist sowohl im Interesse der Konsumenten als auch im Sinne der Landwirte. Regionalität als Kaufanreiz kann im Handel nur dann vernünftig umgesetzt werden, wenn die Herkunft der Nahrungsmittel zweifelsfrei zurückverfolgt werden kann", brachte es Reisecker auf den Punkt.