Warzen beim Rind: Unerwünschte Begleiter

Ein Warzenbefall kann im strengsten Fall sehr schmerzhaft für das Rind sein. Wer oder was ist dafür verantwortlich, dass Warzen überhaupt entstehen und wie können sie bekämpft werden?

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Bei häufigem Auftreten von Warzen bei Rindern empfiehlt sich bereits vorbeugend eine Schutzimpfung © Agrarfoto
Warzen treten häufig bei Jungtieren im Alter ab 6 Monaten bis zu 2 Jahren auf. Rinder mit schlechtem Allgemeinzustand haben eine geringere Widerstandskraft und sind eher betroffen. Eine Infektion ist nur an oberflächlich verletzter Haut oder Schleimhaut möglich. Die Übertragung ist auf verschiedene Weise möglich. Verursacht werden Warzen durch Papilloma-Viren. Warzen können 2 Untergruppen zugeordnet werden.

Zitzen häufig betroffen

  • Die 1. Untergruppe verursacht Fibropapillome.
    Das sind Gebilde, die zum Großteil aus Bindegewebe bestehen. Sie treten häufig an den Zitzen des Rindes auf und sind vor allem ein opti sches Problem. Im Normalfall verschwinden diese Warzen meistens von alleine. Steht eine Abkalbung unmittelbar bevor und die Zitzen sind noch immer mit Warzen befallen, wird in der Regel der Tierarzt geholt. Ohne dessen Eingreifen kann das Melken zum Problem werden und ein erhöhtes Risiko für eine Euterentzündung entsteht. Im Normalfall werden die ungewünschten Gebilde chirurgisch entfernt. Kreisförmige Fibropapillome treten ebenso an den Zitzen auf. Diese nehmen mit steigendem Alter des Rindes zu. Die Warzenform tritt auch an Kopf, Hals, Rücken, Bauch und in der Anogenitalregion auf. Das Warzengewebe kann durchaus zu Entwicklungsproblemen und zur mechanischen Behinderung führen. Der oberflächliche Gewebszerfall bringt einen üblen, käseartigen Fäulnisgeruch mit sich.

Impfstoff richtig einsetzen

  • Die 2. Untergruppe verursacht Papillome, die menschlichen Warzen ähneln.
    Sie sind flach, rundlich und haben feine Fortsätze. Betroffen sind Rinder aller Altersstufen. Diese Warzenform kann überall am Körper auftreten – sogar an den Zitzen – und zeigt leider keine Selbstheilungstendenz. Flache Papillome bilden sich im Bereich der Maulschleimhaut bis zu den Vormägen. Zerklüftete Warzen dieser Art können, wie bereits erwähnt, auch an den Zitzen zu Problemen führen. Bei schwachem Warzenbefall ist es nicht unbedingt notwendig, den Tierarzt zu verständigen. Mittels geeigneter Wundsalbe kann der Landwirt die Warzen am Tier selbst behandeln. Bereits kleine Wunden sollten frühzeitig erkannt und desinfiziert werden, sodass die Eindringgefahr von Viren reduziert wird. Wird aber die Funktion der Organe beeinträchtigt (Warzenbefall an Nase, Maul, Scheide, Penis), ist es unumgänglich tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wie bereits erwähnt, werden Warzen chirurgisch entfernt oder mittels Enzymen oder eines stallspezifischen Impfstoffs (Vakzine) bekämpft. Warzen an den Zitzen von Milchkühen können bluten, womit die Gefahr der Übertragung auf die Herde gegeben ist. Aus diesem Grund sollten Euterwarzen sofort behandelt werden. Zusätzlichen Schutz gegen die unerwünschten Gebilde bieten geeignete Dippmittel.

Homöopathie als Alternative

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von homöopathischen Mitteln. Hier werden die Warzen als Ventil zum Körper angesehen, die zur inneren Reinigung dienen. Es gibt verschiedene Mittel wie etwa Thuja, Causticum oder Sabina, mit denen Warzen behandelt werden können.

Achtung: Jedes Tier reagiert anders. Deswegen ist es besonders wichtig, das Rind als Ganzes zu kennen und so das geeignete Mittel zu finden. Verschwinden Warzen aber nach ein- bis zweimaliger Anwendung noch immer nicht, ist es empfehlenswert den Tierarzt aufzusuchen.

Übertragung von Warzen

Die Übertragung erfolgt direkt mit dem Kontakt bereits erkrankter Tiere oder indirekt über infizierte Einstreu, Putzzeug, Fliegen, beim Melken, den Deckart, dem gegenseitigen Besaugen von Rind zu Rind oder das Reiben an virushaltiger Stalleinrichtung.

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