RLH Absdorf-Ziersdorf: Lagerhausforum SMART FARMING

Die Zukunft der Landwirtschaft: Innovationen beim Lagerhausforum SMART FARMING in Ziersdorf

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Erwin Thyri, Obmann Leopold Dopplinger, Mag. Reinhard Bauer, DI Kurt Herbinger, RWA-Generaldirektor DI Reinhard Wolf, Geschäftsführer Dir. Mag. (FH) Günter Zaiser, DI Christoph Metzker, Dir. Ing. Edwin Vorhemus, Aufsichtsratsvorsitzender DI Dr. Johann Lang, Ing. Johann Rohringer, DI Rudolf Grubauer © Jürgen Pistracher
Die Lagerhaus-Genossenschaften Absdorf-Ziersdorf und Hollabrunn-Horn luden am 1. Juni 2017 zum ersten Lagerhausforum SMART FARMING nach Ziersdorf ein. Rund 140 interessierte Landwirte aus beiden Genossenschaften sind dieser Einladung gefolgt und konnten im Konzerthaus Weinviertel vom Geschäftsführer der Raiffeisen-Lagerhaus Absdorf-Ziersdorf eGen, Dir. Mag. (FH) Günter Zaiser begrüßt werden.
Strukturveränderungen, Auflagen, Innovationen oder Digitalisierung – die Herausforderungen in der Landwirtschaft haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Daten und Informationen rücken immer weiter in den Mittelpunkt der Arbeit eines modernen Landwirts. Die Trends zu kennen und zu wissen wie man sie anwendet, zählt heute mehr denn je. Aus diesem Grund haben die Lagerhaus-Genossenschaften Absdorf-Ziersdorf und Hollabrunn-Horn das Lagerhausforum SMART FARMING ins Leben gerufen. Kunden und Mitgliedern soll dadurch der Zugang zu Innovationen und neuen Technologien in der Landwirtschaft ermöglicht werden.

Landwirtschaft 4.0

Eines der Schlagwörter beim Lagerhausforum war Landwirtschaft 4.0 – ein regionales Thema. Generaldirektor der Raiffeisen Ware Austria, DI Reinhard Wolf zeigte die fünf globalen Megatrends in der Landwirtschaft auf. „Neben der Versorgung einer stark wachsenden Bevölkerung sind die sinkenden Flächenverfügbarkeit und der Klimawandel die großen Themen, denen sich die Landwirte in Zukunft stellen werden müssen.“, so Wolf in seinem Ausblick. Die Digitalisierung spricht er ebenfalls als einen der Megatrends an. Es wird in der Landwirtschaft in Zukunft darum gehen, Daten zu erzeugen und diese sogenannten „Big Data“ zu vernetzen. Wie auch bei der Veränderung und Verlagerung der Agrarindustrie, in der die Konzentration auf wenige große Konzerne erfolgt, wird es darum gehen, als Genossenschaft eine regionale Antwort auf globale Herausforderungen zu geben. Die RWA und die Lagerhäuser arbeiten bereits an der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten, um sich diesen Herausforderungen der Landwirtschaft 4.0 zu stellen.

Mit Datenmanagement zum Erfolg

DI Kurt Herbinger, Leiter der Region E-West der FarmFacts GmbH stellte im Rahmen des Lagerhausforums vor, wie Smart Farming von Landwirten in der Region installiert bzw. genutzt werden kann. Beim Digital Farming geht es darum, Datenmanagement zu betreiben. Herbinger erklärt, „Daten einzusetzen, anzuwenden und zu verarbeiten, darum geht es bei der Strategie von FarmFacts. Aus der Fülle der Big Data soll der Landwirt smarte Daten generieren und für seine Landwirtschaft nutzen“.
Dazu bieten verschiedene Technologien wertvolle Unterstützung. Beispielsweise können mittels Satelliten Basiskarten (Talking Fields) angelegt werden, welche die Unterschiede der Gegebenheiten in den einzelnen Feldschlägen digitalisieren. In Kombination mit dem digitalisierten Wissen über Pflanzensorten und Eigenschaften der Schläge können mithilfe der Software von FarmFacts Ertragspotentiale berechnet bzw. „Digital Farming“ betrieben werden.

Innovationen aus dem Lagerhaus

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Der Lagerhaus GreenSeeker ist ein innovatives Tool zur exakten, dem Pflanzenbedarf entsprechenden Düngung © Jürgen Pistracher
Wie und welche Innovationen aus dem Lagerhaus dem einzelnen Landwirt zur Verfügung gestellt werden, zeigte Mag. Reinhard Bauer, Geschäftsführer der RWA-Tochtergesellschaft „Agro Innovation Lab“ auf. Die Lagerhäuser und die RWA setzen auf Innovationen, um die österreichische Landwirtschaft noch wettbewerbsfähiger zu machen. Beispiele dafür, mit denen in den vergangenen Jahren bereits sehr gute Erfolge verbucht werden konnten, sind der automatische Bodenprobenzieher zur Analyse der Nährwerte am Acker bzw. im Weingarten und das Konzept „Dünger nach Maß“, das Traktoren-Mietmodell „rentflex“ sowie die vielfältigen Drohnendienstleistungen wie z.B. zur ökonomischen Ausbringung von Nützlingen im Maisanbau.
Die neueste Innovation ist der Lagerhaus GreenSeeker. „Hier ging es uns darum, ein innovatives Tool zur exakten, dem Pflanzenbedarf entsprechenden Düngung zu schaffen.“, so Bauer. Erste Pilotprojekte laufen in Landwirtschaftsbetrieben in den Genossenschaften Absdorf-Ziersdorf und Hollabrunn-Horn. Schon nach kurzer Zeit, konnten vielversprechende Erfolge aufgezeigt werden und daher wird der GreenSeeker voraussichtlich ab 2018 Kunden zugänglich gemacht werden. Weitere Innovationen in Form von Monitoring-Services und zur teilfächenspezifischen Feldbearbeitung bis hin zu Farming-Management-Systemen sind in Planung bzw. in Prüfung.

Genossenschaft als Antwort

Die Herausforderungen in der Landwirtschaft werden in Zukunft immer komplexer und anspruchsvoller. Gemeinsam mit der RWA werden sich die Lagerhaus-Genossenschaften diesen Anforderungen stellen und diese gut meistern. Mit Innovationen und einem umfassenden Know-How durch langjährige Erfahrungen werden wir für die Landwirte in der Region auch im digitalen Zeitalter ein starker und verlässlicher Partner sein, so Günter Zaiser.