Saatzucht Gleisdorf mit erneuertem Betriebsstandort

Moderne Sortenentwicklung für die heimischen Landwirte gesichert.

Gleisdorf, 30. Oktober 2014 (aiz.info). - Die Saatzucht Gleisdorf präsentierte im Rahmen einer feierlichen Eröffnung ihren modernisierten und erweiterten Standort. Mit der Neugestaltung sollte der Grundstein für die Forschung und Sortenentwicklung im Sinne der österreichischen Landwirte auch in Zukunft gesichert werden. "Wir brauchen eine intensive und effiziente Forschung im Bereich der Pflanzen- und Saatgutproduktion. Denn diese sät im wahrsten Sinn des Wortes den Samen für eine erfolgreiche Landwirtschaft. Die RWA als Hauptgesellschafter investiert daher ganz bewusst in diesen Bereich und leistet damit ihren Beitrag für einen erfolgreichen Pflanzenbau in Österreich", betonte RWA-Generaldirektor Reinhard Wolf. Insgesamt wurden EUR 1,8 Mio. in neue Betriebsanlagen und Gebäude investiert. Bei der Eröffnung waren zahlreiche Gäste und Partner aus dem In- und Ausland vertreten, darunter auch die steirischen Agrarpolitiker Landesrat Johann Seitinger und Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher.

"Wir werden als anerkannter, moderner und innovativer Pflanzenzüchter umfangreiche Zuchtprogramme auch in Zukunft am Standort in Gleisdorf fortsetzen und ausbauen", erklärte Johann Posch, Geschäftsführer der Saatzucht Gleisdorf. Das Unternehmen erforscht und züchtet nach eigenen Angaben seit mehr als 60 Jahren moderne Sorten für die heimische und internationale Landwirtschaft. Bei Mais etwa steht die Entwicklung leistungsfähiger, hochqualitativer Hybriden im Reifebereich 220 bis 380 FAO im Vordergrund. Dabei wird die Genetik in ganz Europa getestet, um geeignete Produkte zu finden. Im Bereich des Ölkürbisses versorgt die Saatzucht Gleisdorf die Landwirte mit Hybridsaatgut, das eine besonders hohe Virus- und Fäulnistoleranz aufweist. Dabei werden gleichzeitig die typischen Merkmale des steirischen Ölkürbisses erhalten, um den EU-Herkunftsschutz "Steirisches Kürbiskernöl" zu unterstützen. In der Ackerbohnenzüchtung liegt der Fokus derzeit auf der Entwicklung von winterharten Linien, und bei der Sojabohne stehen neue leistungsfähige Sorten in Registrierung.

Darüber hinaus betreibt Saatzucht Gleisdorf eine Genbank, die eine große Anzahl an alten Landsorten und Inzuchtlinien enthält. Zusätzlich wird die Erhaltungszüchtung bei Hirse und Buchweizen sowie anderen Kleinkulturen aufrechterhalten.

Infrastruktur auf aktuellstem Stand

Für die tägliche Arbeit stehen am modernisierten Standort neue Büroräumlichkeiten und Produktionsgebäude mit den zeitgemäßen Aufbereitungsanlagen zur Verfügung. Dazu zählt unter anderem ein großzügiges Kühllager für rund 700 t Zuchtmaterial und Basissaatgut, eine leistungsfähige Containertrocknungsanlage sowie eine neue Saatgutreinigungsanlage für Zuchtmaterial, Basissaatgut und Experimentalsaatgut. Ebenso neu sind die Räumlichkeiten beziehungsweise eine Halle für die Saatgutaufbereitung und -manipulation. Damit verfügt die Saatzucht Gleisdorf nun über eine moderne Infrastruktur sowie höhere Kapazitäten und profitiert zusätzlich von kürzeren Wegen und einfacheren Abläufen, betonte Posch abschließend.