Was tun mit dem Käferholz?

Im nächsten Jahr droht eine Massenvermehrung der Borkenkäfer. Darum sind regelmäßige Kontrollen und rasche waldhygienische Maßnahmen das Gebot der Stunde.

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Buchdrucker gehören zu den verbreitetsten Schädlingen in unseren Wäldern. © Agrarfoto
Der Borkenkäfer hat heuer in vielen Teilen Österreichs und im angrenzenden Ausland einen enormen Anfall von Käferholz verursacht. Betroffene Gebiete sind meist die, wo
  • der Sommer durch anhaltend hohe Temperaturen und Niederschlagsdefizite gekennzeichnet war
  • sich die Fichte am Rande ihres natürlichen Verbreitungsgebietes befindet
  • der letzte Winter von Eisbruchschäden betroffen war, wie das Waldviertel.
Vor allem der letzte Punkt macht deutlich, woran es gemangelt hat: nämlich an waldhygienischen Maßnahmen. Oft wurde das betroffene Schadholz zu spät aufgearbeitet, sei es aus Zeitmangel, Unwissen oder innerbetrieblichen Organisationsdefiziten. Auch manche abgewipfelten Bäume blieben stehen, da man meinte, diese werden sich erholen. Vielerorts zogen riesige Reisighaufen den Borkenkäfer magisch an.

Überwinterungsfähige Population

Das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) beobachtet seit vielen Jahren den Borkenkäferflug und stellt durch Fallen dessen Intensität dar. Durch den extrem warmen Sommer entwickelte sich die 2. Generation heuer besonders gut und konnte, je nach Witterungsbedingungen (der Käfer fliegt nur über 16,5° C) und Höhenlage, fast überall ausfliegen. Zumindest konnte sich eine überwinterungsfähige Population entwickeln.

Käferholz lässt Holzpreise fallen

Der Holzmarkt reagierte rasch: Aufgrund des Überangebotes sanken die Preise. Käferholz fiel noch stärker und wird vielerorts in Sortimente wie Braunbloche und CX sortiert. Wegen der oft raschen Aufarbeitung bekamen die Sägewerke im September noch relativ viel unverblautes Frischholz. Mittlerweile haben die schlechten Qualitäten zugenommen und es könnte sich im Laufe des Winters ein Frischholzmangel einstellen.

Wie viel ist ein befallener Stamm wert?

Diese Frage ist nach Befallsart und Fortdauer unterschiedlich zu beantworten. Vom Kupferstecher befallene Bäume beginnen vom Wipfel her abzusterben. Mit dem Befall geht eine Holzbläue einher, die zwar kein technischer Schaden ist, aber optisch den Wert mindert. Schnell aufgearbeitete Bäume sind im Stammbereich noch unverblaut und haben den vollen Wert.

Wartet man zu lange, verblaut der ganze Stamm. Diese Bloche oder Bloche ohne Rinde werden gegenwärtig oft nur als Braunbloch oder CX (mit entsprechenden Abschlägen) übernommen. Im Industrieholzbereich sind kaum mehr Schleifholzqualitäten zu erzielen, sondern nur mehr Faserholz. Wartet man noch länger, werden die Stämme durch Frost oder Trockenheit rissig und die ehemals schönsten Stämme sind nur mehr als Faser- oder Brennholz vermarktbar.

Rasch und konsequent handeln!

Die Käfer überwintern unter der Rinde im stehenden Baum oder in der Bodenstreu. Wenn nichts passiert, droht eine Massenvermehrung im nächsten Jahr! Angeraten werden folgende Maßnahmen des BFW, zu denen man als Waldbesitzer nicht nur gesetzlich verpflichtet ist, sondern auch aus Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit und dem Grundnachbarn:
  • Wöchentliche Kontrolle bis in den Spätherbst und – besonders wichtig – wieder ab dem Spätwinter / Frühjahr; Waldbegehungen!
  • Entnahme von befallenen Bäumen (abfallende Rinde, braune Krone, Nadelfall), in denen die Entwicklung der Käfer fortgeschritten ist, unbedingt vor dem Ausfliegen der Käfer.
  • Suche und Entnahme der Bäume, wo die Entwicklung am Anfang steht (Bohrmehl, Bohrlöcher, Harztropfen).
  • Keine Lagerung von befallenem (oder unbefallenem, aber fängischem) Holz im Wald oder in Waldnähe.
  • Bruttaugliche Resthölzer, Wipfelstücke nicht in Waldnähe lassen.
  • Konsequente waldhygienische Maßnahmen sind das einzig probate Mittel, um die Borkenkäfermassenvermehrung einzudämmen.
Nähere Infos zur Marktlage und Absatzmöglichkeiten von Käferholz gibt es bei den Holzeinkäufer in Ihrem Lagerhaus.

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