Maische: Tipps für Ihren Edelbrand

Eine eher spezielle Form der „Haltbarmachung“ von Früchten stellt die Erzeugung von Edelbränden dar. Um ein gutes Endprodukt zu erhalten, sind einige Grundprinzipien bei der Maischebereitung zu beachten.

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Die Obstqualität ist einer der wesentlichen Faktoren für die Erzeugung hochwertiger Edelbrände. Nur reifes, gesundes und sauberes Obst ist für die Edelbranderzeugung geeignet. Im Prinzip gilt: Was Sie selbst essen würden, können Sie auch zur Maischeerzeugung verwenden.

Bei der Maische nichts dem Zufall überlassen

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Auch die beste Obstqualität kann durch Fehler bei der Verarbeitung zunichte gemacht werden. Deswegen wird heute beim Großteil der Maischebereitung nichts dem Zufall überlassen. Durch den Einsatz von Hilfsmitteln kann auf einfache Art und Weise die Endqualität weitgehend gesichert, vielmehr gesteigert werden.

Schritt für Schritt zur hochwertigen Maische

Im folgenden Abschnitt werden die einzelnen Arbeitsschritte der Maischeherstellung anhand von Marillenmaische erläutert.

  • Stiele, Blätter und Steine entfernen
    Vorweg sind alle Blätter, Stiele und andere Fremdkörper zu entfernen. Die Marillen selbst werden entsteint, d.h. man halbiert die Frucht und entfernt den Steinkern (verholzter Samen). Sollte das nicht möglich sein, achten Sie darauf, dass keine Steine zerstört werden. Zerstörte Steinkerne können in der Maische den unerwünschten Steinton im Destillat hervorrufen.
  • Früchte zerkleinern
    Das Marillen-Fruchtfleisch wird gequetscht (z.B. mit Stößel), um zumindest einen Teil des Saftes freizusetzen.
  • Geeignete Gärbehälter verwenden
    Die Maische wird anschließend in einen sauberen, alkoholbeständigen, lebensmittelechten und gut verschließbaren Gärbehälter mit Gärspund (bis zur Markierung mit Glycerin füllen!) gefüllt. Beachten Sie, dass genügend „Steigraum“ (ca. 20 % des Behältervolumens) für die Gärung frei gehalten wird.
  • Zu Reinzuchthefen greifen, Enzyme zugeben
    Reinzuchthefen gewährleisten eine sichere und rasche Angärung und vermindern somit die Gefahr von Fehlgärungen. Um die Maische zu verflüssigen, werden Enzyme zugegeben. Dadurch wird eine gleichmäßigere und sichere Gärung erzielt.
    Für diesen Arbeitsschritt eignet sich besonders bei kleineren Mengen Gärfix für Stein- und Beerenobst. Gärfix enthält Hefe und Enzyme im richtigen Verhältnis bereits vorgemischt. Es müssen nur noch 50 g Gärfix pro 100 kg Marillen in die Maische eingestreut werden. Auf eine gute Verteilung in der Maische ist zu achten.
  • Für optimale Gärverhältnisse sorgen
    Die Gärtemperatur soll 18-20° C betragen. Bei schleppenden Gärungen kann die Temperatur kurzfristig gesteigert werden. Bei zu hohen Gärtemperaturen (25° C und mehr) kommt es jedoch zu Aromaverlusten. Während der stürmischen Gärung sollten Sie die Maische täglich umrühren. Später den Deckel nicht mehr öffnen, um unnötigen Sauerstoffeintrag zu verhindern. Nach dem Gärende sollte die Maische rasch destilliert werden.

Informieren Sie sich im Lagerhaus

Gärfix ist auch für alle anderen Obstarten erhältlich. Die fachliche Beratung erhalten Sie in Ihrem Lagerhaus.