Schultes: Maßnahmenpaket schnüren damit Bauern nicht draufzahlen

Verwaltung vereinfachen, Steuer senken, Risiko absichern, Herkunft kennzeichnen.

Wien, 8. Februar 2016 (aiz.info). - "Österreichs Bauern erzeugen im internationalen Vergleich einzigartige Spitzenqualitäten. Sie wollen jedoch neben der hohen Wertschätzung auch eine entsprechende Wertschöpfung erreichen. Dafür muss rasch ein Maßnahmenpaket geschnürt werden, damit die Bauern, die am Beginn der Wertschöpfungskette stehen, nicht draufzahlen. Kurz zusammengefasst geht es darum: Verwaltung vereinfachen, Steuer auf Treibstoff senken, durch den Klimawandel enorm gestiegenes Risiko absichern und Herkunft der Lebensmittel bis zum Konsumenten erkennbar machen", erklärte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes im Rahmen der Wintertagung in Wien.

GAP: Bürokratie abbauen

"Die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik zeigt nun eine der großen Schwächen des Systems, die im hohen Verwaltungsaufwand liegt. Das gehört umgehend repariert. EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat mehrmals angekündigt, dass er die überbordende Verwaltung vereinfachen will und wir verlangen, dass diese Ankündigungen auch in Österreich rasch umgesetzt werden", so Schultes weiter.

Steuern auf Diesel senken

"Es ist derzeit nicht absehbar, wann sich die Preise für die am Markt bedeutenden Agrarprodukte wieder verbessern werden. Daher brauchen die Betriebe eine baldige Kostenentlastung. 60% vom Dieselpreis werden heute als Steuern abgeliefert. Wir erwarten uns daher eine Senkung der Abgabenlast. Denn unsere Mitbewerber auf den europäischen Märkten, die Landwirte aus den EU-Nachbarländern, sind damit nicht belastet", forderte Schultes.

Risiko durch Versicherung minimieren

"Im Dürrejahr 2015 sind die Einkommen der Bäuerinnen und Bauern zum vierten Mal hintereinander gesunken. Allein der Schaden dieser Wetterkatastrophe betrug österreichweit 175 Mio. Euro. Wir müssen die bestehende Ernteversicherung dringend ausbauen, um sie zu einem wirksamen Instrument gegen Ertragsausfälle zu machen. Dies ist sowohl auf österreichischer als auch auf EU-Ebene anzustreben", stellte Schultes weiter fest.

Herkunft erkennbar machen

"Um die Preise für heimische Agrarprodukte in Zukunft spürbar zu verbessern, müssen wir den kaufkräftigen Kunden auch die Chance geben, bewusst zu österreichischer Qualität zu greifen. Dies funktioniert nur, wenn die Herkunft auch erkennbar ist. Wie beispielsweise AMA-Gütesiegel-Waren, Bioprodukte oder die Heumilch zeigen, folgen die Kunden der Qualität und zahlen auch den Mehrpreis dafür. Allein das AMA-Gütesiegel sorgt für einen Mehrwert bei den bäuerlichen Betrieben von rund 75 Mio. Euro. Nun gilt es, die Herkunft der heimischen Qualität vom Feld oder Stall bis zum Teller einfach und unbürokratisch sichtbar zu machen. Denn auch jene 2,5 Mio. Österreicherinnen und Österreicher, die täglich außer Haus essen, haben das Recht zu wissen, woher Eier oder Fleisch auf ihrem Teller stammen", so Schultes abschließend.