Der Wald braucht Schutz

Eine Übersicht über interessante chemische Produkte für den Schutz vor dem Borkenkäfer, sowie vor Verbissschäden, Schälschäden und Fegeschäden.

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© Graf

Borkenkäfer: 2 interessante Produkte

2012 und 2013 waren Trinet und Storanet nach Art. 53 „Gefahr in Verzug“ bis zum 31. Juli des jeweiligen Jahres amtlich zugelassen. Eine Zulassung für 2014 (Stand: März 2014) ist beantragt.

Bis dato rückte man dem Borkenkäfer mit Pheromonfallen und Insektiziden  zu Leibe. Man hatte durch  Fallenkontrolle und „Entsorgung“ der Käfer, Wiederholen der Insektizidbehandlungen bei Nachlassen der Wirkung, Wassertransport in den Forst etc. einen erhöhten Aufwand.

Trinet und Storanet sind engmaschige (mind. 45 Maschen/cm²) Polyesternetze mit einer speziellen Netztechnologie, in deren Netzfaden der Wirkstoff Alpha-Cypermethrin (100 mg/m²; bekannt aus Fastac Forst) eingearbeitet ist. Die Netze geben den Wirkstoff über einen Zeitraum von 6 Monaten bei Kontakt an den Borkenkäfer ab. Es genügt ein Kontakt über 2 - 3 Sekunden. Der Käfer hat dann über seine Beine genügend Wirkstoff aufgenommen und stirbt in den nächsten 30 Minuten. Die Netze sind auch Regenwasser- und UV-stabil.

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Trinet © Graf
Trinet ist als Pyramide konzipiert und stellt optisch eine sogenannte Prügelfalle (Fallentippi) dar. Zur Anlockung der Käfer wird die Pyramide im Inneren mit einem Pheromon-Pheroprax gegen den Buchdrucker (Ips typographus) oder Chalcoprax gegen den Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) bestückt. Die Netzfläche beträgt 2,2 m². Die Fallen werden in einem Abstand von 8 - 12 m zum Bestandesrand und im Abstand von 25 m von Trinet zu Trinet aufgestellt.
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© Graf

Storanet ist dasselbe Produkt als einfaches Netz (8 m x 12,5 m; 100 m²) und dient zur vorbeugenden und bekämpfenden Abdeckung von Rundholzlagern. Es verhindert den Befall von Rundholz oder das Ausfliegen der Borkenkäfer aus bereits befallenem Holz.

Fangbaum, Prügelfalle und Borkenkäferfalle

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MultiWit BK Schlitzfalle © RWA
Fangbaum und Prügelfalle können selbstverständlich auch nach wie vor genutzt werden. Den Fangbaum oder die Prügelfalle mit einer Fastac Forst- (1–2 %ig) oder Karate Forst-Lösung (0,2 – 0,4 %) behandeln und mit einem Pheromon (Pheroprax) bestücken, um die Lockwirkung zu verstärken.

Borkenkäferfalle:

Wer im Forst auf Chemieeinsatz verzichten möchte, für den ist die MultiWit BK Schlitzfalle in Kombination mit Pheromon zu empfehlen. Die Falle ist robust, preisgünstig und kann sowohl als Trocken- als auch als Nassfangfalle verwendet werden.

Verbissschäden: 3 viel versprechende Mittel

Kleine Tiere schädigen große Bäume – große Tiere schädigen kleine Bäume. Daher muss in der Jungwuchspflege auch darauf geachtet werden, dass Rehwild, Rotwild oder Gamswild und Hasen der Kultur keinen Schaden zufügen können. Gegen Sommerverbiss gelangen flüssige, spritzbare Produkte zum Einsatz, da ein Streichmittel zu stark verkrusten und damit das Wachstum der Pflanze hemmen würde.


Es sind zurzeit 3 interessante Produkte am Markt, Trico (4 l/1.000 Pflanzen), WAM Flüssig (2–3 l/1.000 Pflanzen) und Certosan (0,5 kg/1.000 Pflanzen). Diese können sowohl gegen Sommer- als auch im Herbst gegen Winterverbiss in Laub- und Nadelgehölzen eingesetzt werden. Trico besitzt darüber hinaus eine Zulassung in Weinreben, Hopfen, Holunder, Mais, Sonnenblume, Soja und Raps. Beachten Sie aber, dass Trico unzureichend gegen Hasenfraß wirkt!

 

Ein sehr gutes Produkt gegen Hasenfraß ist Certosan (zugelassen für Forst-, Obst- und Ziergehölze). Als Verstänkerungsmittel zur Lappentränkung ist heuer Arbin wieder erhältlich, aber auch Anti-Bissan (auch für biologisch wirtschaftende Betriebe erlaubt) empfehlen unsere Pflanzenschutzexperten weiterhin.

Schälschäden mit Wipox vermeiden

Sommerschälung durch Rotwild kann zum Absterben des Baumes führen. Die Rinde wird oft samt Bast in langen Streifen rings um den Baum abgeschält. Auch kleinere Schälschäden können Eintrittspforten für holzzerstörende Pilze (zum Beispiel Rotfäule bei Fichte) sein. Die Pflanzenschutz-Fachleute der RWA empfehlen Wipox (ab 100 ml/Stamm; bei 15 cm Stammdurchmesser), den Schälschutz zum Spritzen (Rückenspritze mit Kegelstrahldüse). Ein vorheriges, zeitaufwendiges Aufasten der Bestände muss nicht durchgeführt werden.

WAM Flüssig Plus und Trico gegen Fegeschäden

Durch das Reiben des Geweihs an Büschen und jungen Bäumen wird die Rinde der Pflanzen verletzt, was in weiterer Folge zum Absterben derselben führen kann. Als Fegeschutzmittel hat sich Trico (2012 und 2013 Zulassung nach Art. 53 „Gefahr in Verzug“ – 2014 Zulassung beantragt) mit einer Aufwandmenge von 5 - 10 ml/Stamm sehr gut bewährt. Beide Produkte sind nicht nur Fegschutzmittel, sondern besitzen auch eine Zulassung gegen Sommer- und Winterverbiss.

Produkte Registriernummern
Certosan Reg.Nr: 3011
Fastac Forst Reg.Nr: 3438
Trico Reg.Nr: 2787
Trinet Zulassung beantragt
Storanet Zulassung beantragt
Wam flüssig Reg.Nr: 2469

Wir wünschen eine erfolgreiche Wildabwehr!

Mit dieser Übersicht des chemischen Forstschutzes in der Vegetationszeit sollte Ihnen eine erfolgreiche Wildabwehr, auch ohne „764er“, möglich sein. Für mehr Information stehen Ihnen die Pflanzenschutzspezialisten in Ihrem Lagerhaus  gerne zur Verfügung.

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Autor:
Ing. Kurt Graf, RWA Pflanzenschutz