Schwanzbeißen und Ohrenbeißen bei Schweinen

Kannibalismus ist ein weit verbreitetes Problem in der Schweinehaltung. Ursachen und Auslöser sind sehr unterschiedlich.

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© RWA
Schwanz- und Ohrenbeißen (Kannibalismus) ist eine Verhaltensstörung, die durch anhaltendes Unwohlsein und Stress ausgelöst wird. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Folgende Faktoren der Schweinhaltung können bei Schwanz- und Ohrenbeißen eine Rolle spielen:

Faktoren Stallklima und Licht

  • Zugluft ist häufig ein Auslöser für Kannibalismus. Die Luftgeschwindigkeit sollte daher unter 0,2 m/Sekunde liegen. Bei großer Hitze im Sommer kann sie bei Mastschweinen höher sein (0,4 m/Sekunde).
  • Große Temperaturschwankungen (über 5° C) sollten vermieden werden.
  • Luftqualität kontrollieren. Der Ammoniakgehalt sollte unter 10 ppm liegen.
  • Direkte Sonnenbestrahlung vermeiden, Fenster abdunkeln (Styroporplatten).

Belegungsdichte und Gruppierung

  • Überbelegung ist ein wichtiger Faktor (Tierschutzgesetz beachten) und Auslöser für Schwanzbeißen.
  • Auf eine gleichmäßige Gruppierung nach Gewicht und Größe achten. Häufig fangen die kleineren Tiere mit dem Beißen an.
  • Tier-Fressplatz-Verhältnis (Troglänge) überprüfen, Anordnung der Futterautomaten und Tränkestellen gegebenenfalls optimieren.

Einfluss von Fütterung und Wasser

  • Futterhygiene bei Flüssigfütterung (Hefen) und Futtersilos kontrollieren.
  • Futteraufnahme, Energiedichte und Rohfasergehalt überprüfen (ideal über 3,5 %). Rohfaserergänzer einsetzen.
  • Futterrezepturen überprüfen (Rohproteinüberschuss, falsches Aminosäurenverhältnis, zu wenig Vitamine, Natrium, Magnesium).
  • Mykotoxine im Futter vermeiden, Toxinuntersuchung durchführen.
  • Wasserversorgung sicherstellen, für eine ausreichende Anzahl von Tränken in den Buchten sorgen, Durchflussrate messen.
  • Unruhezeitpunkte in den Abteilen eruieren, eventuell die Abendfütterung vorverlegen.
  • Keinen plötzlichen Futterwechsel vornehmen (kein frisches Getreide einsetzen), unregelmäßige Fütterungszeiten vermeiden.

Krankheiten und sonstige Faktoren

  • Gesundheitsstatus der Tiere durch den Tierarzt überprüfen lassen. Streptokokken, Atemwegerkrankungen etc. können ein Mitauslöser sein.
  • Fliegen, Räude und Verwurmungen kontrollieren.
  • Den Spieltrieb der Schweine fördern und Beschäftigungsmaterial anbieten (Tierschutzgesetz beachten).

Garant bietet kompetente Hilfe

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© Garant
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