Schweinebauern im Preistief: Grazer Fleischer zahlt freiwillig mehr

LK Steiermark: Andere Vermarkter und Handelsketten sollten diesem Beispiel folgen.

Graz, 26. November 2015 (aiz.info). - Seit Anfang 2015 liegt der Preis für Schweinefleisch, den die heimischen Bauern bekommen, deutlich unter dem Niveau der vergangenen Jahre. Hauptursache ist das Russland-Embargo, weil Europa damit einen wichtigen Absatzmarkt für Schweinefleisch verloren hat. Die Erschließung neuer Märkte scheitert bisher im Wesentlichen noch an den bürokratischen Hürden der möglichen Zielländer wie beispielsweise China. In den vergangenen Wochen ist der Preis für die Bauern wieder deutlich abgesackt. Sie bekommen jetzt nur mehr 1,13 Euro pro kg für hochwertiges Schweinefleisch. "Die Erzeugerpreise sind bei Weitem nicht mehr kostendeckend. Es gibt keinen Lohn mehr und die Darlehensrückzahlungen können vielfach nicht mehr getilgt werden", beschreiben der steirische LK-Präsident Franz Titschenbacher und Vizepräsidentin Maria Pein die äußerst schwierige Lage der Schweinebauern.

Die traditionsreiche Grazer Fleischerei Rinner geht jetzt in die Offensive und hilft den heimischen Schweinebauern, welche die Regionalmarke Vulkanlandschwein anbieten. "Wir zahlen unseren Lieferanten freiwillig mehr und erhöhen den Basispreis auf 1,50 Euro netto pro kg, und zwar solange, bis der Schweinepreis dieses Niveau wieder erreicht hat", betonen Renate und Helmut Rinner. Sie begründen ihre Initiative so: "Als Familienunternehmen brauchen wir die Bauern und hoffen, dass sie weitermachen. Unsere Kunden schätzen die regionale Qualität, deshalb wollen wir einen Stein ins Rollen bringen."

"Das ist eine einzigartige noch nie dagewesene Initiative, die ausgeweitet werden soll, um den heimischen Schweinebauern zu helfen", betonen Titschenbacher und Pein. Die beiden Landwirtschaftskammer-Vertreter erwarten sich, "dass möglichst viele Vermarkter regionaler Fleischmarken, AMA-Gütesiegel-Fleischvermarkter sowie die heimischen Handelsketten diesem Vorbild folgen und auf diese Initiative aufspringen". "Dies ist ein erster wichtiger Schritt, um einen Mehrwert-Regionalbonus für heimische Lebensmittel zu erreichen", so Titschenbacher.